Ausnahmslos vegan: Portugals konsequenteste Gemeinschaft in der Algarve
Südwestportugal zieht seit Jahren Aussteiger an. Doch nahe Vila do Bispo wächst ein Experiment, das über einfache Selbsterhaltung hinausgeht. Das Projekt Vegan Hills erstreckt sich über 104 Hektar hügeliges Land. Das Ziel ist eindeutig. Ein Alltag ohne jegliche Nutzung tierischer Erzeugnisse soll hier Realität werden. Die gemeinnützige Vereinigung Vegoa treibt diese Vision seit über zehn Jahren voran.
Gemeinschaft durch Parzellen und Grundsätze
Wie funktioniert dieses Zusammenleben in der Praxis? Rund 40 Anteile umfasst das kollektive Terrain. Ein Einstieg kostet Interessierte etwa 12.500 Euro. Wer zahlt, sichert sich das Recht auf eine einfache Behausung. Jurten, Bauwagen und kleine Holzkonstruktionen prägen das Bild. Feste Häuser fehlen bisher weitgehend. Die Parzellen bieten Distanz für Privatsphäre, während zentrale Bereiche die Bewohner verbinden. Basisdemokratische Strukturen regeln das Miteinander. Der Verzicht auf tierische Produkte gilt dabei als unverhandelbare Grundregel für alle Parteien.
Permakultur gegen verbrannte Erde
Die Natur fordert der Gemeinschaft einiges ab. Höchste Erhebungen messen 110 Meter, dazwischen liegen Täler und alte Steinruinen. Jahrzehntelange Übernutzung hatte den Nährstoffboden ausgelaugt. Die Lösung der Gruppe lautete Permakultur. Sie pflanzten Bäume und legten Systeme zur Wasserrückhaltung an. Dann kam das Jahr 2020. Ein verheerender Waldbrand zerstörte die Fortschritte vieler Jahre. Zerstörte Vegetation hinterließ eine karge Landschaft. Regen drohte die Humusschicht abzutragen. Die Bewohner steuerten mit Spendenaufrufen und gezielter Aufforstung dagegen, um das Land widerstandsfähiger zu machen.
Vom Provisorium zum vollwertigen Ökodorf
Die Bewohnerschaft setzt sich international zusammen. Rund 30 Menschen aus Ländern wie Deutschland, Italien oder Großbritannien leben dauerhaft auf dem Areal. Ihre Pläne reichen weit über das reine Wohnen hinaus. Baugenehmigungen für die vorhandenen Ruinen liegen vor. Künftig sollen ein Besucherzentrum sowie Seminarräume für Yoga, Naturheilkunde und ökologisches Bauen entstehen. Gäste können das Gelände bei monatlichen Wanderungen besichtigen.
Gelebte Basisdemokratie
Machtstrukturen lehnt das Kollektiv ab. Die Gemeinschaft steuert sich selbst, vergleichbar mit Systemen direkter Demokratie. Alle Miteigentümer entscheiden über Grundsatzfragen wie Bauprojekte, Flächennutzung oder Neuaufnahmen. Individuelle Entscheidungen auf den eigenen Parzellen bleiben frei, solange sie den veganen Kernwerten nicht widersprechen. Wie die Entscheidungsfindung bei harten Konflikten im Detail abläuft, bleibt allerdings unklar. Genaue Statuten zur Abstimmungsmechanik sind nicht öffentlich einsehbar.
Ein Modell mit Signalwirkung
Vegan Hills reiht sich in eine Kette alternativer Siedlungsprojekte in Portugal ein. Es versteht sich als Machbarkeitsstudie für eine Lebensweise, die Umwelt und Tiere konsequent schont. Ob das Modell Schule macht, hängt vom langfristigen Erfolg der Erweiterungspläne ab. Über die Plattform der Organisation Vegoa bleibt das Projekt für Freiwillige und Interessierte zugänglich.
Was ist Vegan Hills überhaupt?
Ein radikales Experiment im portugiesischen Hinterland. Auf 104 Hektar Hügelland bei Vila do Bispo soll ein Alltag ohne jegliche tierische Produkte Wirklichkeit werden. Die gemeinnützige Vereinigung Vegoa treibt das Projekt seit über zehn Jahren voran. Kein Joghurt, keine Wolle, kein Leder – absolute Konsequenz.
Wie wird man Teil der Gemeinschaft?
Kaufen Sie sich ein. Rund 40 Parzellen stehen zur Verfügung. Der Einstieg kostet etwa 12.500 Euro. Dafür erhalten Sie das Nutzungsrecht für eine einfache Behausung – Jurten, Bauwagen oder kleine Holzkonstruktionen. Feste Häuser sucht man vergeblich. Die Parzellen liegen mit Abstand zueinander, damit Privatsphäre bleibt. Zentrale Bereiche bringen die Leute wieder zusammen.
Gibt es Regeln? Und wer kontrolliert sie?
Ja, eine goldene: absoluter Verzicht auf Tierprodukte. Unverhandelbar für alle. Basisdemokratische Strukturen regeln den Rest. Miteigentümer entscheiden gemeinsam über Bauvorhaben, Flächennutzung oder neue Aufnahmen. Auf der eigenen Parzelle sind individuelle Entscheidungen frei – solange sie den veganen Kern nicht verletzen. Wie genau bei harten Konflikten abgestimmt wird? Das bleibt leider im Dunkeln. Öffentliche Statuten dazu gibt es nicht.
Warum Permakultur? Was ist da passiert?
Das Land war ausgelaugt. Jahrzehntelange Übernutzung hatte den Boden ausgepowert. Die Gruppe setzte auf Bäume, Wasser-Rückhaltesysteme, regenerative Methoden. Dann kam 2020. Ein verheerender Waldbrand zerstörte Jahre der Arbeit. Die Vegetation verschwand. Regen drohte die wertvolle Humusschicht abzutragen. Die Bewohner reagierten mit Spendenaufrufen und gezielter Aufforstung. Sie machen das Land widerstandsfähiger – Schritt für Schritt.
Wer lebt dort eigentlich?
Etwa 30 Menschen aus Deutschland, Italien, Großbritannien und anderen Ländern. Sie wohnen dauerhaft auf dem Gelände. International, bunt, entschlossen. Das Projekt ist längst kein provisorisches Camp mehr.
Was ist in Zukunft geplant?
Mehr als nur Wohnen. Baugenehmigungen für die alten Steinruinen liegen bereits vor. Ein Besucherzentrum soll entstehen, dazu Seminarräume für Yoga, Naturheilkunde und ökologisches Bauen. Schon jetzt können Gäste bei monatlichen Wanderungen vorbeischauen. Die Vision geht klar über Selbstversorgung hinaus.
Ist das ein Vorbild für andere?
Vegan Hills versteht sich als Machbarkeitsstudie. Ein Lebensmodell, das Umwelt und Tiere radikal schont. Ob es Schule macht? Das hängt vom langfristigen Erfolg der Erweiterungspläne ab. Die Plattform von Vegoa hält das Projekt offen – für Freiwillige, für Neugierige, für alle, die mitmachen wollen.




