Die unsichtbare Kamera im Handy: Wie 6G unsere Wände durchdringt – und warum Datenschützer Alarm schlagen
Wenn die Funkzelle zur Kamera wird: 6G, ISAC und die Neuerfindung der Privatsphäre
Die sechste Generation des Mobilfunks steht in den Startlöchern, und mit ihr hält eine Technologie Einzug, die das Verhältnis zwischen Mensch und Netzwerk grundlegend verändern könnte. Während 5G vor allem als Beschleuniger für Datenströme konzipiert wurde, geht es bei 6G um mehr als nur um höhere Übertragungsraten. Das eigentliche Novum heißt Integrated Sensing and Communication (ISAC) – die Verschmelzung von Kommunikation und Sensorik zu einer einzigen, allgegenwärtigen Funktion. Mobilfunknetze werden damit nicht länger bloße Kanäle für den Informationsaustausch sein, sondern zugleich zu hochpräzisen Sensoren, die ihre Umgebung dreidimensional erfassen und interpretieren können.
Das Prinzip: Wenn Funkwellen zu Echos werden
Die technische Grundlage von ISAC ist weniger neu als vielmehr die Konsequenz, mit der sie angewandt wird. Bislang nutzten Funksignale die Umgebung lediglich als Ausbreitungsmedium – die Wellen wurden gesendet, empfangen und ihr Inhalt dekodiert, die physikalische Umgebung blieb dabei weitgehend unbeachtet. Bei ISAC ändert sich dieses Verhältnis grundlegend. Die ausgesendeten Hochfrequenzsignale prallen von Objekten, Wänden und Menschen ab; das empfangende Gerät analysiert diese Reflektionen und errechnet daraus ein detailliertes Bild der Umgebung. Was sich anhört wie das Echolot eines U-Boots, ist im Kern genau das: eine aktive Abtastung des Raums durch elektromagnetische Wellen. Basisstationen, aber auch Endgeräte wie Smartphones können auf diese Weise zu Radarsensoren werden.
Die technischen Voraussetzungen dafür sind in den letzten Jahren gewachsen. Die Nutzung höherer Frequenzbänder – vom Millimeterwellenbereich bis hin zum Terahertz-Spektrum – sowie größerer Bandbreiten und massiver Antennenanordnungen ermöglichen eine bislang unerreichte Auflösung und Genauigkeit. Was in den 2020er Jahren noch als ferne Vision galt, rückt damit in den Bereich des technisch Machbaren. Die Mobilfunkinfrastruktur selbst – Türme, Spektrum, Antennen und ein Teil der Hardware – wird zur Grundlage eines flächendeckenden Sensorsystems.
Von der Ortung zur biometrischen Vermessung
Die Fähigkeiten dieser Technologie gehen weit über das bloße Erkennen von Hindernissen hinaus. Die Präzision der Funksensorik erlaubt es, kleinste Bewegungen zu erfassen – und damit mehr, als viele auf den ersten Blick vermuten würden. Mit Unterstützung maschineller Lernverfahren lassen sich aus den reflektierten Signalen nicht nur Position und Geschwindigkeit von Objekten ableiten, sondern auch feinste physiologische Parameter. Atmung und Herzschlag einer Person können kontaktlos gemessen werden, da die Funkwellen die minimalen Auslenkungen des Brustkorbs registrieren. Darüber hinaus ermöglicht die Analyse des individuellen Gangbilds eine biometrische Identifikation – Menschen werden an ihrer charakteristischen Bewegung erkannt, ohne dass sie ein Gerät bei sich tragen oder sich aktiv identifizieren müssten.
Die Forschung unterscheidet in diesem Zusammenhang drei Ebenen sensibler ISAC-Daten: Standort- und Umgebungsdaten, Verhaltensdaten und schließlich physiologische Daten. Diese Einordnung macht deutlich, dass ISAC nicht einfach eine technische Erweiterung ist, sondern eine neue Qualität der Datenerhebung darstellt. Während herkömmliche Ortungsverfahren auf ein aktives Endgerät angewiesen sind, funktioniert die funkbasierte Sensorik rein physikalisch – und erfasst damit alle Personen im Strahlungsbereich, unabhängig davon, ob sie ein Smartphone besitzen oder nicht.
Die „Bystander“-Problematik und ihre rechtlichen Konsequenzen
Genau hier liegt das Kernproblem, das Datenschutzbehörden auf den Plan gerufen hat. In einem Positionspapier vom 17. Juni 2026 warnt die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK) eindringlich vor den Grundrechtsrisiken der ISAC-Technologie. Die Behörden befürchten, dass durch die tiefe Integration der Sensorik in die Netzinfrastruktur eine neue, schwer kontrollierbare Form der Massenüberwachung entstehen könnte – noch bevor die Technologie überhaupt in den breiten Einsatz gelangt ist.
Das rechtliche Dilemma ist offensichtlich: Das Konzept der informierten Einwilligung, wie es die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vorsieht, stößt bei einer flächendeckenden Infrastrukturtechnologie an seine Grenzen. Eine wirksame, freiwillige Zustimmung aller betroffenen Personen in einem von Funkwellen durchfluteten Raum ist praktisch unmöglich. Die Technologie macht keinen Unterschied, ob jemand ein Endgerät bei sich trägt oder nicht – sie erfasst Bewegungen und Vitaldaten von jedem, der sich im Bereich aufhält, ganz ohne aktive Teilnahme der betroffenen Person. Hinzu kommt das Risiko des unbefugten Sensing: Kriminelle könnten 6G-Signale missbrauchen, um ohne Erlaubnis Karten von Gebäuden zu erstellen, die Position von Personen zu verfolgen oder durch das Abgreifen von Radarsignalen vertrauliche Informationen zu gewinnen.
Die europäische Telekommunikationsnormungsbehörde ETSI hat in ihrer Arbeit ebenfalls auf diese Risiken hingewiesen und 17 kritische Herausforderungen für die Systemarchitektur, die RAN-Architektur und die unteren Protokollschichten identifiziert. Die Behörden fordern daher, Datenschutz und Grundrechtsschutz bereits bei der Entwicklung der Technologie mitzudenken – ein Ansatz, der als Privacy by Design bekannt ist.
Die Suche nach technischen Lösungen
Die Forschung hat die Dringlichkeit dieser Problematik erkannt. Am Barkhausen Institut in Dresden, das 2017 mit dem Auftrag gegründet wurde, Vertrauenswürdigkeit in einer vernetzten Welt zu erforschen, arbeiten Wissenschaftler seit mehreren Jahren an technischen Konzepten für einen datenschutzkonformen Einsatz von ISAC. Ihr Ziel ist es, die Vorteile der neuen Technologie nutzbar zu machen, ohne neue Risiken für Datenschutz und Privatsphäre zu schaffen.
Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Steuerbarkeit der Sensorfunktion auf der Hardware-Ebene. Die Forscher haben das Konzept eines rekonfigurierbaren Hochfrequenz-Frontends entwickelt, das eine präzise Kontrolle der Sensing-Fähigkeiten erlaubt. Zwei Hauptstrategien werden verfolgt: Zum einen ein hardwarebasierter An- und Ausschalter, der die Sensorfunktion eines Gerätes vollständig deaktiviert, während die reine Datenkommunikation uneingeschränkt erhalten bleibt. Dieser Sensor-Kill-Switch ist vergleichbar mit mechanischen Abdeckungen für Kameras oder Hardware-Schaltern für Mikrofone, stößt jedoch auf technische Besonderheiten: Ein einfaches Trennen der Antenne würde auch die Kommunikation unterbrechen, weshalb eine differenziertere Lösung erforderlich ist.
Zum anderen wird eine softwarebasierte Steuerung entwickelt, die eine feingranulare Anpassung der Sensing-Genauigkeit an die Anforderungen des jeweiligen Anwendungsfalls und die Datenschutzpräferenzen des Nutzers ermöglicht. Diese Lösung setzt auf vertrauenswürdige Ausführungsumgebungen (Trusted Execution Environments), die eine starke Trennung zwischen verschiedenen Softwarekomponenten gewährleisten und Manipulationen verhindern sollen. Ergänzt wird dies durch eine prototypische Warn-App, die Nutzer in Echtzeit darüber informiert, ob an ihrem aktuellen Standort eine funkbasierte Umgebungserfassung stattfindet.
Der Wettlauf um die Standards
Die Uhr für verbindliche Regelungen tickt. Die weltweiten Standards für 6G werden derzeit in internationalen Gremien ausgehandelt – allen voran bei ETSI, das als eines der Gründungsmitglieder des 3GPP eine führende Rolle bei der Gestaltung der nächsten Generation drahtloser Technologien spielt. Die ETSI-Arbeitsgruppe zu ISAC hat bereits mehrere Berichte veröffentlicht, darunter eine Definition der architektonischen Grundlagen für 6G-ISAC-Systeme und eine Analyse von Sicherheits- und Datenschutzanforderungen.
Im September 2026 treffen sich internationale Fachleute am Barkhausen Institut in Dresden, um die Themen Datenschutz, Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit für ISAC weiterzuentwickeln. Die Entscheidungen, die in diesen Gremien fallen, werden weitreichende Konsequenzen haben. Ist ein Standard erst einmal verabschiedet und in Chipsätzen verbaut, lassen sich Sicherheits- und Datenschutzarchitekturen nur noch schwer nachträglich integrieren. Deutschland hat die 6G-Forschung mit rund 700 Millionen Euro gefördert, um technologisch an der Weltspitze mitzuwirken – doch ob neben der Leistungsfähigkeit auch der Schutz der Privatsphäre zum Weltstandard wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten.
Die Technologie selbst wird voraussichtlich um das Jahr 2030 ihren Betrieb aufnehmen. Bis dahin bleibt Zeit, aber nicht viel. Die Forschung am Barkhausen Institut und die Arbeit der Standardisierungsgremien zeigen: Es gibt technische Ansätze, um die Risiken von ISAC zu adressieren. Doch ob diese Ansätze tatsächlich in den endgültigen Standard einfließen und ob sie in der Praxis wirksam sein werden, ist noch offen. Die kommenden Monate werden entscheiden, ob 6G tatsächlich zu einer Technologie wird, die nicht nur schnell und intelligent, sondern auch vertrauenswürdig ist.
Quellen:
- Barkhausen Institut: IEEE 6GNet Workshop on Security and Privacy Aspects of Integrated Sensing and Communication (ISAC) in 6G. Verfügbar unter: https://www.barkhauseninstitut.org/en/workshop-privacy-in-joint-communication-sensing/
- ETSI: ETSI publishes first Report on ISAC Use Cases for 6G, 14. April 2025. Verfügbar unter: https://www.etsi.org/committee?id=2520
- ETSI: ETSI issues new Report on ISAC System and RAN Architectures, 26. Februar 2026. Verfügbar unter: https://www.etsi.org/newsroom/news/2646-gr-isc-003-6g-isac-system-ran-architectures/
- ETSI: ETSI issues new Report on Security, Privacy, Trustworthiness and Sustainability for 6G Integrated Sensing and Communications, 2. März 2026. Verfügbar unter: https://www.etsi.org/newsroom/news/2647-report-6g-isac-security-privacy-sustainability/
- Silicon Saxony: Barkhausen Institut: Wenn 6G zum Sensor wird, 13. Juli 2026. Verfügbar unter: https://silicon-saxony.de/barkhausen-institut-wenn-6g-zum-sensor-wird/
- EurekAlert!: A European project aims to enable 6G to detect threats with artificial intelligence without compromising user privacy, 16. Juni 2026. Verfügbar unter: https://www.eurekalert.org/news-releases/1132643
- UCL Discovery: Next-Generation MIMO Transceivers for Integrated Sensing and Communications: Unique Security Vulnerabilities and Solutions (2026). Verfügbar unter: https://discovery.ucl.ac.uk/id/eprint/10226862/
- TU Dresden: RF Hardware Reconfigurability for Privacy-Preserving Integrated Sensing and Communication (2025). Verfügbar unter: https://fis.tu-dresden.de/portal/en/publications/rf-hardware-reconfigurability-for-privacypreserving-integrated-sensing-and-communication
Wie genau funktioniert diese Radartechnologie in 6G-Netzen?
Die Technologie, die als Integrated Sensing and Communication (ISAC) bezeichnet wird, nutzt die gleichen Funkwellen, die auch für die Datenübertragung verwendet werden, zusätzlich als aktives Radar. Eine Basisstation oder ein Endgerät sendet Hochfrequenzsignale aus, die von Objekten, Wänden und Menschen in der Umgebung reflektiert werden. Das empfangende Gerät analysiert diese Echos – ähnlich wie das Echolot eines Schiffes – und berechnet daraus ein dreidimensionales Abbild der Umgebung. Während herkömmlicher Mobilfunk lediglich Daten von A nach B transportiert, wird die Umgebung bei ISAC selbst zur Informationsquelle.
Welche konkreten Daten können mit dieser Technologie erfasst werden?
Die Erfassung geht weit über die bloße Ortung von Gegenständen hinaus. Die extrem hohen Frequenzen im Terahertz-Bereich erlauben eine so feine Auflösung, dass selbst minimale Bewegungen sichtbar werden. Konkret bedeutet das: Das System kann die Atmung und den Herzschlag einer Person kontaktlos messen, indem es die winzigen Auslenkungen des Brustkorbs registriert. Darüber hinaus ermöglicht maschinelles Lernen die Identifikation von Individuen anhand ihres charakteristischen Gangbilds oder die Erkennung von Gesten und Gesichtszügen allein aus den reflektierten Wellen.
Was unterscheidet ISAC von herkömmlichen Ortungsverfahren wie GPS oder WLAN-Tracking?
Der entscheidende Unterschied ist die Geräteunabhängigkeit. Bisherige Ortungsmethoden sind darauf angewiesen, dass eine Person ein aktives Endgerät wie ein Smartphone oder einen Fitness-Tracker bei sich trägt. ISAC hingegen erfasst alle Personen im Einzugsbereich der Funkstrahlung – völlig unabhängig davon, ob sie ein Gerät besitzen oder nicht. Das Tracking basiert nicht auf Standortdaten, die ein Gerät preisgibt, sondern auf der physikalischen Reflexion der Funkwellen am menschlichen Körper. Ein Ausschalten des eigenen Smartphones bietet keinen Schutz mehr, da die Erfassung rein physikalisch erfolgt.
Warum sehen Datenschutzbehörden darin ein besonderes Risiko?
Das Kernproblem liegt in der sogenannten Bystander-Problematik. Eine flächendeckende Infrastrukturtechnologie wie ISAC erfasst zwangsläufig alle Menschen im Strahlungsbereich, ohne dass diese aktiv teilnehmen oder ihre Zustimmung geben könnten. Das Konzept der informierten Einwilligung, wie es die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vorsieht, stößt hier an seine Grenzen: Eine wirksame, freiwillige Zustimmung aller betroffenen Personen in einem von Funkwellen durchfluteten Raum ist praktisch unmöglich. Die Datenschutzkonferenz (DSK) warnte in einem Positionspapier vom Juni 2026 daher eindringlich vor den Grundrechtsrisiken und forderte, Datenschutz bereits bei der technischen Entwicklung mitzudenken.
Kann man sich vor dieser Erfassung schützen oder sie verhindern?
Ein vollständiger Schutz ist technisch schwierig, da die Funkwellen Wände und Hindernisse durchdringen. Allerdings wird an verschiedenen Lösungen geforscht. Ein vielversprechender Ansatz ist ein hardwarebasierter Sensor-Kill-Switch, der die Sensorfunktion eines Gerätes komplett deaktiviert, während die reine Datenkommunikation erhalten bleibt. Ergänzend werden Warn-Apps entwickelt, die Nutzer in Echtzeit darüber informieren, ob an ihrem Aufenthaltsort gerade eine funkbasierte Umgebungserfassung stattfindet. Ob diese technischen Notbremsen tatsächlich in den endgültigen Standard einfließen, ist jedoch noch offen.
Wer entscheidet darüber, ob und wie diese Technologie eingesetzt wird?
Die Weichenstellung erfolgt derzeit in internationalen Standardisierungsgremien wie dem European Telecommunications Standards Institute (ETSI) und dem 3GPP. Dort werden die technischen Spezifikationen ausgehandelt, die später in Chipsätzen und Geräten verbaut werden. Ist ein Standard erst einmal verabschiedet, lassen sich nachträgliche Änderungen an der Sicherheits- und Datenschutzarchitektur nur noch schwer umsetzen. Im September 2026 treffen sich internationale Experten in Dresden, um über Datenschutz, Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit für ISAC zu beraten. Deutschland hat die Forschung mit rund 700 Millionen Euro gefördert, um an diesem Entscheidungsprozess mitwirken zu können.
Welche Vorteile verspricht diese Technologie überhaupt?
Die Befürworter weisen auf zahlreiche vielversprechende Anwendungen hin: In der Medizin könnte ISAC eine kontaktlose Patientenüberwachung ermöglichen, ohne dass lästige Kabel oder Sensoren am Körper befestigt werden müssen. Im Smarthome-Bereich wären intelligente Gebäude denkbar, die auf die Anwesenheit und das Wohlbefinden ihrer Bewohner reagieren. Auch in der Verkehrssicherheit könnten funkbasierte Sensoren Fußgänger und Radfahrer frühzeitig erkennen und Unfälle verhindern. Die technologische Herausforderung besteht nun darin, diese Vorteile zu realisieren, ohne die Privatsphäre der Menschen zu gefährden.
Wann wird 6G mit ISAC tatsächlich verfügbar sein?
Die kommerzielle Einführung von 6G wird derzeit für das Jahr 2030 erwartet. Bis dahin müssen nicht nur die technischen Standards festgelegt, sondern auch die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt werden. Die kommenden Monate sind entscheidend, denn die grundlegenden Architekturentscheidungen für die Chipsätze fallen bereits jetzt. Forscher, Datenschützer und Industrievertreter laufen daher gegen die Zeit, um eine vertrauenswürdige Lösung zu entwickeln, bevor die Technologie in den Massenmarkt gelangt.
Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz bei der Auswertung der Radarsignale?
Ohne KI wäre die Verarbeitung der riesigen Datenmengen, die bei der hochauflösenden Funksensorik anfallen, kaum möglich. Maschinelle Lernverfahren sind notwendig, um aus den komplexen Echo-Mustern verwertbare Informationen zu extrahieren – sei es die Erkennung eines bestimmten Gangbilds, die Filterung von Herzschlagfrequenzen aus Störsignalen oder die Unterscheidung zwischen Menschen und unbelebten Objekten. Gleichzeitig birgt genau diese KI-gestützte Analyse aber auch Risiken: Sie macht die Technologie erst so leistungsfähig, schafft aber auch neue Angriffsflächen für Manipulationen oder unautorisiertes Ausspähen.
Ist die Technologie anfällig für Missbrauch durch Kriminelle oder Geheimdienste?
Diese Gefahr wird von Experten durchaus gesehen. Die gleichen Eigenschaften, die ISAC für medizinische Anwendungen oder intelligente Gebäude attraktiv machen, könnten auch für unerwünschte Zwecke genutzt werden. Kriminelle könnten 6G-Signale missbrauchen, um ohne Erlaubnis Karten von Gebäuden zu erstellen, die Position von Personen zu verfolgen oder vertrauliche Bewegungsprofile zu erstellen. Die Möglichkeit, durch Wände hindurch zu „sehen“, stellt aus Sicht der Sicherheitsforschung ein erhebliches Risiko dar, das in den Sicherheitsarchitekturen des Standards adressiert werden muss.




