Die Beobachtungen eines Onkologen: Drei Lebenshaltungen, die mit einem geringeren Krebsrisiko verbunden sein können
Ein erfahrener Onkologe, der auf 28 Jahre berufliche Praxis zurückblickt und an einem renommierten Forschungsinstitut tätig ist, teilt eine faszinierende Beobachtung aus seiner langjährigen Arbeit mit Patienten. Ihm fiel auf, dass bestimmte Arten von Menschen entweder seltener an Krebs zu erkranken scheinen oder die Krankheit mit bemerkenswerter Widerstandskraft überwinden. Seine Einsichten werfen ein Licht auf die tiefgreifende Wechselwirkung zwischen unserer Lebensweise, unserer Psyche und unserer körperlichen Gesundheit.
Menschen mit einer tief empfundenen Lebensaufgabe
Die erste Gruppe beschreibt der Mediziner als Menschen, die von einer wahren Mission erfüllt sind. Es geht hier nicht um ein simples Hobby oder einen bloßen Beruf, sondern um eine Aufgabe, die einen inneren Antrieb und einen klaren Sinn stiftet. Diese Menschen finden einen Grund, morgens voller Energie und ohne äußeren Zwang aufzustehen. Der Arzt nennt als Beispiel eine Frau, die seit eineinhalb Jahrzehnten Tiere rettet und selbst nach einer Krebsdiagnose voller Aktivität blieb. Ein weiteres Beispiel ist ein Mann, der eine Schule in einem abgelegenen Gebiet aufbaute und nach erreichter Remission über Jahre gesund blieb. Die These dahinter ist, dass ein Geist, der stark auf eine solche Aufgabe fokussiert ist, den Körper davor bewahrt, in eine passive Opferhaltung zu verfallen. Die mentale Stärke und Zielgerichtetheit scheinen einen schützenden Effekt zu haben.
Die Kraft des authentischen emotionalen Ausdrucks
Eine zweite, auf den ersten Blick vielleicht überraschende Kategorie, sind Menschen, die in der Lage sind, negative Gefühle wie Wut oder Abscheu offen und angemessen auszudrücken. Der Onkologe formuliert eine drastische, aber nach seiner Erfahrung zutreffende Beobachtung: Oft seien es gerade die allzu familienorientierten, geduldigen und bequemen Menschen, die ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen ständig zurückstellten, die die Krankheit am wenigsten bewältigen könnten. Er schildert den Fall einer 44-jährigen Patientin mit einem schweren Magenleiden, die 18 Jahre lang in einer schwierigen Ehe ausharrte, ohne je für sich selbst einzustehen. Diese chronische Unterdrückung von Emotionen, so die Interpretation, führt zu einem inneren Druck. Die nie geäußerte Wut richtet sich nach innen und kann in Form von anhaltenden Entzündungsprozessen den Körper angreifen und schwächen. Der authentische Ausdruck von Gefühlen erscheint in diesem Zusammenhang als eine Form der seelischen und körperlichen Hygiene.
Das therapeutische Band tiefer zwischenmenschlicher Beziehungen
Die dritte schützende Haltung sieht der Arzt in Menschen, die in echten, greifbaren und emotional tiefen Beziehungen leben. Es geht nicht um eine große Anzahl von Bekanntschaften, sondern um die Qualität der Verbindung: das Vorhandensein mindestens einer Person, bei der man vollkommen man selbst sein kann, ohne Masken oder Angst. Internationale Kollegen, etwa aus Israel, vergleichen dieses soziale Netz mit einer Art „Immunsystem der Seele“. Statistiken und Erfahrungsberichte deuten laut dem Onkologen darauf hin, dass Patienten mit solch verlässlichen Bindungen sich zwei- bis viermal schneller erholen können. Im Kontrast dazu stehen jene, die „niemanden belästigen“ wollen, die still und höflich ihre Last tragen und dabei oft innerlich vereinsamen. Dieser Mangel an echtem emotionalem Austausch und Unterstützung kann den Heilungsprozess erheblich erschweren.
Der Onkologe fasst seine Perspektive in einem prägnanten Satz zusammen: „Neunzig Prozent des Krebses beginnen nicht im Körper. Er beginnt, wenn ein Mensch aufhört, er selbst zu sein.“ Diese Aussage ist für ihn keine bloße Metapher, sondern ein biologisches Prinzip. Wenn ein Mensch ständig unterdrückt, was er denkt, nicht tut, was er wirklich möchte, und nicht so lebt, wie er es für richtig hält, gerät das gesamte System unter Stress. Der Körper reagiert letztlich auf diese anhaltende innere Unwahrheit, und diese Reaktion kann sich in schwerer Krankheit manifestieren. Diese Sichtweise betont die untrennbare Einheit von Psyche und Physis in der Gesundheitsvorsorge und Heilung.




