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	<title>Perowskit &#8211; Unser neues Wir</title>
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	<title>Perowskit &#8211; Unser neues Wir</title>
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		<title>Fenster als Kraftwerke: Wie transparente Solarzellen die Stadt der Zukunft verändern könnten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Unser neues Wir]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 11:13:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Forschende der Nanyang Technological University in Singapur haben eine Solarzelle entwickelt, die fast unsichtbar ist]]></description>
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Anders als herkömmliche Silizium-Solarzellen, die opak sind und vergleichsweise dicke Schichten benötigen, kann Perowskit in hauchdünnen Filmen aufgetragen werden. Die NTU-Gruppe nutzt dafür ein Verfahren namens thermische Verdampfung: In einer Vakuumkammer werden die Ausgangsstoffe erhitzt, bis sie verdampfen, und setzen sich dann als gleichmäßige, nur zehn Nanometer dünne Schicht auf einer Glasoberfläche ab. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa achttausendmal dicker. Das Besondere an dieser Methode ist, dass sie ohne giftige Lösungsmittel auskommt und sich theoretisch im industriellen Maßstab umsetzen ließe. Und die Forscher können steuern, wie viel Licht die Zelle durchlässt – je nach Anforderung an das spätere Fenster. Was die Zahlen wirklich aussagen Ein Wirkungsgrad von 7,6 Prozent klingt auf den ersten Blick nicht überwältigend, vor allem wenn man ihn mit den 20 bis 24 Prozent kommerzieller Siliziummodule vergleicht. Aber dieser Vergleich hinkt. Bei einem Fenster steht nicht die maximale Energieausbeute im Vordergrund, sondern die Transparenz. Ein Dach kann man komplett mit schwarzen Modulen belegen – ein Fenster muss durchsichtig bleiben. Dass die Perowskit-Zellen überhaupt Strom liefern, während sie noch rund 41 Prozent des einfallenden Lichts passieren lassen, ist aus Sicht der Forschung ein beachtlicher Wert. Die Rechnung der NTU-Wissenschaftler geht deshalb in eine andere Richtung: Nehmen wir ein großes Glasgebäude im Finanzdistrikt Singapurs. Dessen Fensterflächen sind so enorm, dass selbst eine vergleichsweise niedrige Effizienz pro Quadratzentimeter in der Summe mehrere hundert Megawattstunden pro Jahr ergeben könnte – genug, um gut hundert Haushalte mit Strom zu versorgen. Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Die Zellen arbeiten auch bei diffusem Licht, also an bewölkten Tagen oder sogar in Innenräumen. Das macht sie interessant für Regionen mit weniger intensiver Sonneneinstrahlung und für Gebäude, deren Fenster nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne hängen. Noch nicht reif für den Alltag So vielversprechend die Laborergebnisse klingen – bis zur Serienreife ist es ein weiter Weg. Das größte Hindernis ist die Haltbarkeit. Perowskit reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit und Wärme. Wer schon einmal ein Fenster putzen musste, weiss, dass Glasflächen genau diesen Bedingungen ausgesetzt sind. Die Forschung an stabileren Varianten des Materials läuft weltweit, aber eine Lösung ist noch nicht in Sicht. Auch die Frage der Farbneutralität ist nicht abschliessend geklärt. Die aktuellen Zellen verleihen dem Glas einen leichten Farbstich. Das mag in manchen architektonischen Kontexten als Gestaltungsmerkmal durchgehen, in anderen wäre es ein Ausschlusskriterium. Die NTU-Gruppe arbeitet bereits mit Industriepartnern zusammen, um das Herstellungsverfahren auf grössere Flächen zu übertragen und zu standardisieren. Ein Patent wurde angemeldet. Ein Baustein unter vielen Wer jetzt denkt, transparente Solarzellen würden bald die Energiewende allein stemmen, wird enttäuscht. Aber darum geht es nicht. Städte sind für rund 40 Prozent des globalen Energieverbrauchs verantwortlich – und ein grosser Teil davon entfällt auf Gebäude. Die Idee, ohnehin vorhandene Flächen wie Fensterfronten oder Fassaden ohne zusätzlichen Platzbedarf und ohne Eingriff ins Stadtbild energetisch zu nutzen, ist aus urbanistischer Sicht elegant. Die Arbeit der NTU zeigt vor allem eines: Die Kluft zwischen dem, was im Labor möglich ist, und dem, was eines Tages in der Gebäudetechnik stecken könnte, wird kleiner. Ob es am Ende das Perowskit-Fenster sein wird oder ein anderes Material – die Richtung stimmt. Fenster, die Strom produzieren, sind keine Science-Fiction mehr. Sie sind ein plausibler Baustein einer Infrastruktur, die künftig in Oberflächen integriert sein wird: in Fahrzeugscheiben, in Glasfassaden, vielleicht irgendwann sogar in Brillengläsern. Wann genau der Schritt aus dem Labor in die Serie gelingt, ist offen. Aber er ist näher gerückt. Quellen: NTU Singapore (Pressemitteilung, Mai 2026), ACS Energy Letters, The Engineer, EurekAlert. Die genannten Wirkungsgrade und Leistungswerte beziehen sich auf Laborbedingungen; unter realen Einsatzbedingungen können sie abweichen. Häufige Fragen+ Was genau hat das Forschungsteam der NTU Singapur entwickelt? Die Wissenschaftler um Professorin Annalisa Bruno haben eine extrem dünne Solarzelle aus dem Material Perowskit hergestellt. Die Schicht ist nur zehn Nanometer dick – das ist etwa zehntausendmal dünner als ein menschliches Haar. Die Zelle wird mit einem Verfahren namens thermische Verdampfung auf Glas aufgetragen und ist dort kaum sichtbar. Wie funktioniert eine transparente Solarzelle überhaupt? Anders als herkömmliche schwarze Siliziummodule lässt das Perowskit-Material einen Teil des Lichts einfach durch. Einen anderen Teil absorbiert die hauchdünne Schicht und wandelt ihn in elektrischen Strom um. Durch die präzise Steuerung des Herstellungsprozesses können die Forscher einstellen, wie transparent die Zelle am Ende sein soll. Wie hoch ist der Wirkungsgrad der neuen Zellen? Im Labor erreichen die transparenten Perowskit-Zellen derzeit einen Wirkungsgrad von 7,6 Prozent. Das ist deutlich weniger als bei herkömmlichen Solarmodulen auf Dächern, die auf 20 bis 24 Prozent kommen. Allerdings ist der Vergleich nicht fair, denn bei einem Fenster steht die Durchsichtigkeit im Vordergrund – nicht die maximale Energieausbeute pro Fläche. Wie viel Licht lassen die Zellen durch? Je nach Ausführung liegt die Lichttransmission bei etwa 41 Prozent. Das bedeutet, dass fast die Hälfte des einfallenden Tageslichts die Scheibe passiert – genug, um einen Raum natürlich zu belichten. Die Zelle ist also nicht völlig unsichtbar, aber sie fällt kaum auf. Können solche Fenster einen ganzen Haushalt mit Strom versorgen? Ein einzelnes Fenster sicher nicht. Aber die Forscher rechnen anders: Ein großes Bürogebäude mit einer riesigen Glasfassade in Singapur könnte theoretisch mehrere hundert Megawattstunden pro Jahr erzeugen. Das würde reichen, um etwa 100 Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Entscheidend ist also die riesige Gesamtfläche, die bei modernen Städten ohnehin vorhanden ist. Funktionieren die Zellen auch, wenn die Sonne nicht direkt scheint? Ja, das ist einer der Vorteile dieser Technologie. Die Perowskit-Zellen liefern auch bei diffusem Licht Energie – also an bewölkten Tagen, im Schatten oder sogar in Innenräumen. Das macht sie besonders interessant für Regionen mit weniger intensiver Sonneneinstrahlung und für Gebäude, deren Fenster nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne hängen. Was spricht gegen einen sofortigen Einsatz in Gebäuden? Vor allem zwei Dinge: Die Langzeitstabilität und die Farbneutralität. Perowskit reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit und Wärme – zwei Bedingungen, denen Fenster im Alltag ständig ausgesetzt sind. Weltweit wird daran geforscht, das Material haltbarer zu machen. Zudem sind die aktuellen Zellen leicht getönt, was aus architektonischer Sicht nicht für jeden Anwendungsfall ideal ist. Wann wird es die ersten Fenster mit dieser Technologie geben? Ein genaues Datum lässt sich nicht nennen. Das Team arbeitet derzeit mit Industriepartnern zusammen, um das Herstellungsverfahren auf größere Flächen zu übertragen und zu standardisieren. Ein Patent wurde bereits angemeldet. Die Lücke zwischen dem, was im Labor möglich ist, und einem serienreifen Produkt wird zwar kleiner – aber ganz geschlossen ist sie noch nicht. Sind transparente Solarzellen die Lösung für die Energiewende in Städten? Nein, das wäre übertrieben. Sie sind ein Baustein von vielen. Städte verursachen rund 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs, ein großer Teil davon in Gebäuden. Die Idee, ohnehin vorhandene Flächen wie Fensterfronten ohne zusätzlichen Platzbedarf und ohne Eingriff ins Stadtbild energetisch zu nutzen, ist aus urbanistischer Sicht sehr reizvoll. Aber als alleinige Lösung taugen sie nicht – dafür ist der Beitrag pro Quadratmeter zu gering. Wo könnten solche Zellen außer an Fenstern noch eingesetzt werden? Die Technologie ist nicht auf Gebäude beschränkt. Denkbar sind Anwendungen auf Fahrzeugscheiben, Glasdächern von Autos oder Bussen, in Gewächshäusern, bei Displays oder sogar in Brillengläsern und Wearables. Überall dort, wo eine Fläche ohnehin aus Glas besteht und Licht durchlassen muss, könnte man mit transparenten Solarzellen zusätzlich Energie gewinnen.", "Deutsch Female");
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Forschende der Nanyang Technological University in Singapur haben eine Solarzelle entwickelt, die fast unsichtbar ist – und dennoch Strom liefert. Ein Blick hinter die Laborergebnisse.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Stellen Sie sich vor, die riesigen Glasfassaden moderner Bürotürme würden nicht nur Licht hereinlassen, sondern gleichzeitig Energie erzeugen – ohne dass man ihnen ansieht, dass sie mehr sind als gewöhnliche Fenster. Genau an diesem Punkt arbeitet ein Team um Professorin Annalisa Bruno an der NTU Singapur. In einer aktuellen Studie, veröffentlicht im Fachjournal&nbsp;<em>ACS Energy Letters</em>, zeigen die Wissenschaftler, wie extrem dünne Solarzellen aus einem Material namens Perowskit hergestellt werden können – so dünn, dass sie auf Glas kaum auffallen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Material, das Licht durchlässt und nutzt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Perowskit ist kein exotischer Kunststoff, sondern eine Klasse von Kristallstrukturen, die sich in der Photovoltaikforschung seit einigen Jahren einen Namen macht. Anders als herkömmliche Silizium-Solarzellen, die opak sind und vergleichsweise dicke Schichten benötigen, kann Perowskit in hauchdünnen Filmen aufgetragen werden. Die NTU-Gruppe nutzt dafür ein Verfahren namens thermische Verdampfung: In einer Vakuumkammer werden die Ausgangsstoffe erhitzt, bis sie verdampfen, und setzen sich dann als gleichmäßige, nur zehn Nanometer dünne Schicht auf einer Glasoberfläche ab. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa achttausendmal dicker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Besondere an dieser Methode ist, dass sie ohne giftige Lösungsmittel auskommt und sich theoretisch im industriellen Maßstab umsetzen ließe. Und die Forscher können steuern, wie viel Licht die Zelle durchlässt – je nach Anforderung an das spätere Fenster.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was die Zahlen wirklich aussagen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Wirkungsgrad von 7,6 Prozent klingt auf den ersten Blick nicht überwältigend, vor allem wenn man ihn mit den 20 bis 24 Prozent kommerzieller Siliziummodule vergleicht. Aber dieser Vergleich hinkt. Bei einem Fenster steht nicht die maximale Energieausbeute im Vordergrund, sondern die Transparenz. Ein Dach kann man komplett mit schwarzen Modulen belegen – ein Fenster muss durchsichtig bleiben. Dass die Perowskit-Zellen überhaupt Strom liefern, während sie noch rund 41 Prozent des einfallenden Lichts passieren lassen, ist aus Sicht der Forschung ein beachtlicher Wert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rechnung der NTU-Wissenschaftler geht deshalb in eine andere Richtung: Nehmen wir ein großes Glasgebäude im Finanzdistrikt Singapurs. Dessen Fensterflächen sind so enorm, dass selbst eine vergleichsweise niedrige Effizienz pro Quadratzentimeter in der Summe mehrere hundert Megawattstunden pro Jahr ergeben könnte – genug, um gut hundert Haushalte mit Strom zu versorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Die Zellen arbeiten auch bei diffusem Licht, also an bewölkten Tagen oder sogar in Innenräumen. Das macht sie interessant für Regionen mit weniger intensiver Sonneneinstrahlung und für Gebäude, deren Fenster nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne hängen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Noch nicht reif für den Alltag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">So vielversprechend die Laborergebnisse klingen – bis zur Serienreife ist es ein weiter Weg. Das größte Hindernis ist die Haltbarkeit. Perowskit reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit und Wärme. Wer schon einmal ein Fenster putzen musste, weiss, dass Glasflächen genau diesen Bedingungen ausgesetzt sind. Die Forschung an stabileren Varianten des Materials läuft weltweit, aber eine Lösung ist noch nicht in Sicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Frage der Farbneutralität ist nicht abschliessend geklärt. Die aktuellen Zellen verleihen dem Glas einen leichten Farbstich. Das mag in manchen architektonischen Kontexten als Gestaltungsmerkmal durchgehen, in anderen wäre es ein Ausschlusskriterium. Die NTU-Gruppe arbeitet bereits mit Industriepartnern zusammen, um das Herstellungsverfahren auf grössere Flächen zu übertragen und zu standardisieren. Ein Patent wurde angemeldet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Baustein unter vielen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer jetzt denkt, transparente Solarzellen würden bald die Energiewende allein stemmen, wird enttäuscht. Aber darum geht es nicht. Städte sind für rund 40 Prozent des globalen Energieverbrauchs verantwortlich – und ein grosser Teil davon entfällt auf Gebäude. Die Idee, ohnehin vorhandene Flächen wie Fensterfronten oder Fassaden ohne zusätzlichen Platzbedarf und ohne Eingriff ins Stadtbild energetisch zu nutzen, ist aus urbanistischer Sicht elegant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeit der NTU zeigt vor allem eines: Die Kluft zwischen dem, was im Labor möglich ist, und dem, was eines Tages in der Gebäudetechnik stecken könnte, wird kleiner. Ob es am Ende das Perowskit-Fenster sein wird oder ein anderes Material – die Richtung stimmt. Fenster, die Strom produzieren, sind keine Science-Fiction mehr. Sie sind ein plausibler Baustein einer Infrastruktur, die künftig in Oberflächen integriert sein wird: in Fahrzeugscheiben, in Glasfassaden, vielleicht irgendwann sogar in Brillengläsern. Wann genau der Schritt aus dem Labor in die Serie gelingt, ist offen. Aber er ist näher gerückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Quellen: NTU Singapore (Pressemitteilung, Mai 2026), ACS Energy Letters, The Engineer, EurekAlert. Die genannten Wirkungsgrade und Leistungswerte beziehen sich auf Laborbedingungen; unter realen Einsatzbedingungen können sie abweichen.</em></p>



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<h3 class="wp-block-accordion-heading"><button aria-expanded="false" aria-controls="accordion-item-1-panel" data-wp-bind--aria-expanded="state.isOpen" data-wp-on--click="actions.toggle" data-wp-on--keydown="actions.handleKeyDown" id="accordion-item-1" type="button" class="wp-block-accordion-heading__toggle"><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-title">Häufige Fragen</span><span class="wp-block-accordion-heading__toggle-icon" aria-hidden="true">+</span></button></h3>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was genau hat das Forschungsteam der NTU Singapur entwickelt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wissenschaftler um Professorin Annalisa Bruno haben eine extrem dünne Solarzelle aus dem Material Perowskit hergestellt. Die Schicht ist nur zehn Nanometer dick – das ist etwa zehntausendmal dünner als ein menschliches Haar. Die Zelle wird mit einem Verfahren namens thermische Verdampfung auf Glas aufgetragen und ist dort kaum sichtbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie funktioniert eine transparente Solarzelle überhaupt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als herkömmliche schwarze Siliziummodule lässt das Perowskit-Material einen Teil des Lichts einfach durch. Einen anderen Teil absorbiert die hauchdünne Schicht und wandelt ihn in elektrischen Strom um. Durch die präzise Steuerung des Herstellungsprozesses können die Forscher einstellen, wie transparent die Zelle am Ende sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie hoch ist der Wirkungsgrad der neuen Zellen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Labor erreichen die transparenten Perowskit-Zellen derzeit einen Wirkungsgrad von 7,6 Prozent. Das ist deutlich weniger als bei herkömmlichen Solarmodulen auf Dächern, die auf 20 bis 24 Prozent kommen. Allerdings ist der Vergleich nicht fair, denn bei einem Fenster steht die Durchsichtigkeit im Vordergrund – nicht die maximale Energieausbeute pro Fläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie viel Licht lassen die Zellen durch?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Je nach Ausführung liegt die Lichttransmission bei etwa 41 Prozent. Das bedeutet, dass fast die Hälfte des einfallenden Tageslichts die Scheibe passiert – genug, um einen Raum natürlich zu belichten. Die Zelle ist also nicht völlig unsichtbar, aber sie fällt kaum auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Können solche Fenster einen ganzen Haushalt mit Strom versorgen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein einzelnes Fenster sicher nicht. Aber die Forscher rechnen anders: Ein großes Bürogebäude mit einer riesigen Glasfassade in Singapur könnte theoretisch mehrere hundert Megawattstunden pro Jahr erzeugen. Das würde reichen, um etwa 100 Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Entscheidend ist also die riesige Gesamtfläche, die bei modernen Städten ohnehin vorhanden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Funktionieren die Zellen auch, wenn die Sonne nicht direkt scheint?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, das ist einer der Vorteile dieser Technologie. Die Perowskit-Zellen liefern auch bei diffusem Licht Energie – also an bewölkten Tagen, im Schatten oder sogar in Innenräumen. Das macht sie besonders interessant für Regionen mit weniger intensiver Sonneneinstrahlung und für Gebäude, deren Fenster nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne hängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was spricht gegen einen sofortigen Einsatz in Gebäuden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem zwei Dinge: Die Langzeitstabilität und die Farbneutralität. Perowskit reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit und Wärme – zwei Bedingungen, denen Fenster im Alltag ständig ausgesetzt sind. Weltweit wird daran geforscht, das Material haltbarer zu machen. Zudem sind die aktuellen Zellen leicht getönt, was aus architektonischer Sicht nicht für jeden Anwendungsfall ideal ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wann wird es die ersten Fenster mit dieser Technologie geben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein genaues Datum lässt sich nicht nennen. Das Team arbeitet derzeit mit Industriepartnern zusammen, um das Herstellungsverfahren auf größere Flächen zu übertragen und zu standardisieren. Ein Patent wurde bereits angemeldet. Die Lücke zwischen dem, was im Labor möglich ist, und einem serienreifen Produkt wird zwar kleiner – aber ganz geschlossen ist sie noch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sind transparente Solarzellen die Lösung für die Energiewende in Städten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, das wäre übertrieben. Sie sind ein Baustein von vielen. Städte verursachen rund 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs, ein großer Teil davon in Gebäuden. Die Idee, ohnehin vorhandene Flächen wie Fensterfronten ohne zusätzlichen Platzbedarf und ohne Eingriff ins Stadtbild energetisch zu nutzen, ist aus urbanistischer Sicht sehr reizvoll. Aber als alleinige Lösung taugen sie nicht – dafür ist der Beitrag pro Quadratmeter zu gering.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wo könnten solche Zellen außer an Fenstern noch eingesetzt werden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Technologie ist nicht auf Gebäude beschränkt. Denkbar sind Anwendungen auf Fahrzeugscheiben, Glasdächern von Autos oder Bussen, in Gewächshäusern, bei Displays oder sogar in Brillengläsern und Wearables. Überall dort, wo eine Fläche ohnehin aus Glas besteht und Licht durchlassen muss, könnte man mit transparenten Solarzellen zusätzlich Energie gewinnen.</p>
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