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	<title>Lernen &#8211; Unser neues Wir</title>
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		<title>Das Gehirn lernt durch Bedeutung – nicht durch stumpfe Wiederholung</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2026 11:13:00 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><button class="responsivevoice-button" type="button" title="ResponsiveVoice Tap to Start/Stop Speech" data-rvtts-action="speak" data-rvtts-text="Jeder kennt die Bilder aus der eigenen Schulzeit: Vokabeln, die dutzendfach abgeschrieben werden, Formeln, die so lange gebetsartig wiederholt werden, bis sie endlich sitzen. Lernen erscheint oft als reine Fleißarbeit, als eine Art Akkordtätigkeit des Geistes. Doch die neurowissenschaftliche Forschung der letzten Jahre legt nahe, dass diese Grundannahme möglicherweise auf einem Irrtum beruht. Das menschliche Gehirn funktioniert nicht wie eine Festplatte, die sich durch schiere Wiederholungsfrequenz befüllen lässt. Es ist vielmehr eine hochkomplexe Maschine zur Bedeutungserzeugung, die nur dann nachhaltig speichert, wenn ein Inhalt für sie relevant erscheint. Die Wiederholung als hartnäckiger Mythos Im Februar 2026 veröffentlichte ein Forschungsteam der University of California in San Francisco eine Studie im Fachjournal Nature Neuroscience, die eine der grundlegendsten Annahmen der Lerntheorie infrage stellt. Seit den berühmten Experimenten von Iwan Pawlow im 19. Jahrhundert, bei denen Hunde lernten, auf einen Glockenton zu speicheln, galt in der Lernpsychologie ein einfaches Prinzip: Je häufiger ein Reiz und eine Belohnung gemeinsam auftreten, desto stärker verfestigt sich die neuronale Verknüpfung. Die UCSF-Studie unter der Leitung von Vijay Mohan K. Namboodiri liefert nun überraschende Gegenbefunde. Die Forscher trainierten Mäuse darauf, einen akustischen Ton mit Zuckerwasser zu verknüpfen, variierten dabei jedoch systematisch die zeitlichen Abstände zwischen den Lernereignissen. Das Ergebnis war eindeutig: Tiere, die nur wenige, dafür aber weit auseinanderliegende Verknüpfungen erlebten, lernten genauso effektiv wie jene, denen die gleiche Reiz-Belohnungs-Paarung zwanzigmal häufiger präsentiert wurde. Der leitende Autor Dennis Burke fasste die Erkenntnisse prägnant zusammen: Assoziatives Lernen sei weniger eine Frage der Übungsintensität als vielmehr eine des richtigen Timings. Entscheidend ist also nicht die schiere Häufigkeit, sondern der zeitliche Abstand zwischen den Lernerlebnissen – und damit die Bedeutung, die das Gehirn einem einzelnen Ereignis beimisst. Je seltener etwas vorkommt, desto stärker reagieren die dopaminergen Neuronen darauf. Ein Mechanismus, der evolutionär durchaus Sinn ergibt: Seltene, aber potenziell wichtige Ereignisse verdienen mehr Aufmerksamkeit als alltägliche Routine. Der Hippocampus und sein Hang zur Langeweile Das Gehirn filtert permanent, was gespeichert wird und was nicht. Der Hippocampus, der als zentraler Umschlagplatz für neues Wissen gilt, arbeitet dabei keineswegs als passiver Empfänger. Neurobiologische Studien zeigen, dass diese Struktur schnell ermüdet, wenn immer wieder dieselbe trockene Information eintrifft. Bei reizloser Wiederholung schließt der Hippocampus quasi die Pforten zum Langzeitgedächtnis. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das limbische System, der emotionale Kern des Gehirns. Es färbt jeden eingehenden Reiz emotional ein, noch bevor eine bewusste Verarbeitung stattfindet. Wahrnehmungen, die als bedeutungslos eingestuft werden, gelangen gar nicht erst in dauerhafte Speicher. Die emotionale Tönung entscheidet darüber, ob eine Erfahrung das Gehirn überhaupt erreicht. Das Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg beschreibt diesen Zusammenhang detailliert: Gutes Lernen und Erinnern hängen entscheidend von Aufmerksamkeit, Motivation und Belohnung ab. Wichtige Informationen werden von unwichtigen getrennt – eine Bewertung, die nicht auf intellektueller Ebene, sondern im limbischen System erfolgt. Bedeutung als entscheidender Lernschlüssel Wenn ein Kind versteht, warum ein bestimmter Inhalt für sein eigenes Leben, seine Fragen oder seine Weltsicht relevant ist, verändert sich die neurobiologische Grundlage des Lernens radikal. Das Belohnungssystem wird aktiviert, Dopamin wird ausgeschüttet, und das Gehirn markiert die Erfahrung als speicherungswürdig. Die aktuelle Dopaminforschung differenziert hier genauer: Der Neurotransmitter aktiviert zwei unterschiedliche Rezeptorsysteme. Der D1-Rezeptor treibt durch unmittelbare Belohnung zum Handeln an, während der D3-Rezeptor langfristige Anstrengung und tiefergehendes Engagement unterstützt. Für nachhaltiges Lernen braucht es beide Systeme. Äußere Belohnungen wie Schulnoten aktivieren vor allem kurzfristig den D1-Weg. Fehlt jedoch eine emotionale, bedeutungsvolle Verbindung zur Tätigkeit selbst, lässt das Interesse schnell nach. Es entsteht ein oberflächlicher Lerneffekt ohne Tiefe. Eine vielzitierte Grundschulstudie veranschaulicht dieses Problem eindrücklich: Kinder, die für das Malen mit Goldsternen belohnt wurden, verloren ihr Interesse am Zeichnen nahezu vollständig, sobald die Belohnung ausblieb. Die zweite Gruppe, die einfach malen durfte, zeichnete unbekümmert weiter. Psychologen sprechen hier vom Korrumpierungseffekt – äußere Anreize können eine vorhandene innere Freude zerstören. Intrinsische Motivation und das lernende Gehirn Intrinsische Motivation, also der Antrieb aus der Tätigkeit selbst, nutzt stabilere neuronale Netzwerke als extrinsische Verstärker. Dabei wird nicht nur das Belohnungszentrum aktiv, sondern auch Bereiche des präfrontalen Kortex, die mit Selbstreflexion und Identitätsbildung verknüpft sind. Es entsteht, was Forscher einen stabilen Dopamin-Flow nennen – ein Zustand, der konzentriertes Arbeiten über lange Zeiträume ermöglicht, ohne dass das System erschöpft wird. Besonders deutlich lässt sich dieses Phänomen bei Kindern im freien Spiel beobachten. Sie lernen dabei intensiv, merken es aber nicht. Ein Bauklotzturm kippt zum zehnten Mal um, und das Kind baut ihn zum elften Mal wieder auf. Kein äußerer Anreiz, kein Zwang, keine Note – nur die Sache selbst, die anzieht und beschäftigt. Der Erziehungswissenschaftler Andreas Dörpinghaus hat darauf hingewiesen, dass Lernen stets aus Erfahrungen erwächst, in denen Verstehen als Prozess seinen Ausgang nimmt. Die falsche Frage Eltern und Lehrer stellen sich häufig eine bestimmte Frage: Wie bringe ich diesem Kind mehr bei? Wie erhöhe ich die Wiederholungszahl, den Lerndruck, die Hausaufgabenzeit? Die Neurobiologie legt eine grundlegend andere Frage nahe: Womit beschäftigt sich dieses Kind, wenn niemand zuschaut? Was zieht es an – freiwillig, hartnäckig, spielerisch? Denn genau dort, in der selbstgewählten Beschäftigung, findet Lernen auf neurobiologisch optimalem Niveau statt. Dies ist keine romantische Verklärung kindlicher Freiheit. Es ist die schlichte Konsequenz dessen, was die Forschung über dopaminerge Systeme, limbische Verarbeitung und synaptische Plastizität weiß. Ein Gehirn, das versteht, warum etwas wichtig ist, braucht manchmal nur eine einzige Begegnung mit einem Thema. Ein Gehirn, das es nicht versteht, wird auch durch hundert Wiederholungen nicht nachhaltig erreicht. Die entscheidende Frage lautet nicht: Wie viel Lernstoff passt in einen Kopf? Sondern: Wozu lernt dieses Kind überhaupt? Häufige Fragen+ Warum gilt Wiederholung nicht mehr als Königsweg des Lernens? Neuere neurobiologische Forschungen, darunter eine Studie der University of California aus dem Jahr 2026, zeigen, dass das Gehirn weniger auf schiere Häufigkeit von Reizen reagiert als vielmehr auf deren zeitliche Abstände und vor allem auf ihre Bedeutung. Seltene, aber bewusst erlebte Ereignisse aktivieren das dopaminerge System stärker als tausendfache Wiederholung, die den Hippocampus eher langweilt und abschaltet. Was genau passiert im Gehirn, wenn ein Lerninhalt als bedeutsam eingestuft wird? Das limbische System, der emotionale Kern des Gehirns, bewertet jeden eingehenden Reiz vor der bewussten Verarbeitung. Erscheint etwas als relevant, wird das Belohnungszentrum aktiviert, Dopamin ausgeschüttet, und der Hippocampus markiert die Erfahrung als speicherungswürdig. Informationen ohne emotionale Tönung gelangen dagegen gar nicht erst in den Langzeitspeicher. Wie hängen zeitliche Abstände beim Lernen mit dem Lernerfolg zusammen? Die genannte UCSF-Studie an Mäusen ergab, dass Tiere, die nur wenige, aber weit auseinanderliegende Lernereignisse erfuhren, genauso gut lernten wie solche mit der zwanzigfachen Anzahl an Wiederholungen. Entscheidend ist also nicht die Häufigkeit, sondern das Timing: Größere Abstände zwischen den Lernerlebnissen signalisieren dem Gehirn eine höhere Relevanz. Was unterscheidet intrinsische von extrinsischer Motivation aus neurowissenschaftlicher Sicht? Intrinsische Motivation – der Antrieb aus der Tätigkeit selbst – aktiviert stabilere neuronale Netzwerke, darunter Bereiche des präfrontalen Kortex für Selbstreflexion und Identität. Extrinsische Belohnungen wie Noten oder Goldsterne sprechen vor allem den kurzfristigen D1-Dopaminweg an, können aber vorhandene innere Freude zerstören (Korrumpierungseffekt). Nachhaltiges Lernen braucht beide Systeme, wobei die Bedeutung der Tätigkeit im Vordergrund stehen muss. Warum verlieren Kinder manchmal das Interesse an etwas, das sie zuvor gerne gemacht haben? Ein klassisches Experiment mit Grundschulkindern zeigte: Wer für das Malen Goldsterne erhielt, malte nach Wegfall der Belohnung kaum noch. Die Gruppe ohne äußeren Anreiz zeichnete unbekümmert weiter. Äußere Verstärkung kann die natürliche Neugier untergraben, weil das Gehirn dann nicht mehr die Tätigkeit selbst, sondern die Belohnung als Ziel abspeichert. Welche Frage sollten Eltern und Lehrer sich stattdessen stellen? Statt zu fragen, wie man einem Kind mehr Lernstoff einflößen oder die Wiederholungszahl erhöhen kann, lautet die neurobiologisch sinnvollere Frage: Womit beschäftigt sich dieses Kind freiwillig, hartnäckig und spielerisch, wenn niemand zuschaut? Genau dort findet Lernen auf optimalem Niveau statt – weil das Gehirn selbst den Impuls zur Bedeutungserzeugung liefert. Bedeutet das, dass strukturiertes Lernen und Übung völlig überflüssig sind? Nein. Übung ist nicht sinnlos, aber ihre Wirkung hängt entscheidend von der ihr zugrunde liegenden Bedeutung ab. Ein Gehirn, das verstanden hat, warum ein Thema wichtig ist, kann bereits nach wenigen Begegnungen tiefe und dauerhafte Verknüpfungen bilden. Ohne dieses Verständnis helfen auch hundert Wiederholungen kaum. Die Forschung plädiert also nicht gegen Fleiß, sondern für einen intelligenteren Einsatz von Lernzeit – mit Fokus auf Sinnkonstruktion statt mechanischem Pauken." data-rvtts-voice="Deutsch Female" data-rvtts-brand-url="https://responsivevoice.org/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by" data-rvtts-brand-label="Powered by ResponsiveVoice"><svg class="rvtts-icon" width="22" height="22" viewBox="0 0 22 22" fill="currentColor" aria-hidden="true" focusable="false"><path fill-rule="evenodd" clip-rule="evenodd" d="M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z"/></svg><span class="responsivevoice-button__label">Artikel vorlesen lassen</span></button></br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder kennt die Bilder aus der eigenen Schulzeit: Vokabeln, die dutzendfach abgeschrieben werden, Formeln, die so lange gebetsartig wiederholt werden, bis sie endlich sitzen. Lernen erscheint oft als reine Fleißarbeit, als eine Art Akkordtätigkeit des Geistes. Doch die neurowissenschaftliche Forschung der letzten Jahre legt nahe, dass diese Grundannahme möglicherweise auf einem Irrtum beruht. Das menschliche Gehirn funktioniert nicht wie eine Festplatte, die sich durch schiere Wiederholungsfrequenz befüllen lässt. Es ist vielmehr eine hochkomplexe Maschine zur Bedeutungserzeugung, die nur dann nachhaltig speichert, wenn ein Inhalt für sie relevant erscheint.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Wiederholung als hartnäckiger Mythos</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 2026 veröffentlichte ein Forschungsteam der University of California in San Francisco eine Studie im Fachjournal&nbsp;<em>Nature Neuroscience</em>, die eine der grundlegendsten Annahmen der Lerntheorie infrage stellt. Seit den berühmten Experimenten von Iwan Pawlow im 19. Jahrhundert, bei denen Hunde lernten, auf einen Glockenton zu speicheln, galt in der Lernpsychologie ein einfaches Prinzip: Je häufiger ein Reiz und eine Belohnung gemeinsam auftreten, desto stärker verfestigt sich die neuronale Verknüpfung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die UCSF-Studie unter der Leitung von Vijay Mohan K. Namboodiri liefert nun überraschende Gegenbefunde. Die Forscher trainierten Mäuse darauf, einen akustischen Ton mit Zuckerwasser zu verknüpfen, variierten dabei jedoch systematisch die zeitlichen Abstände zwischen den Lernereignissen. Das Ergebnis war eindeutig: Tiere, die nur wenige, dafür aber weit auseinanderliegende Verknüpfungen erlebten, lernten genauso effektiv wie jene, denen die gleiche Reiz-Belohnungs-Paarung zwanzigmal häufiger präsentiert wurde. Der leitende Autor Dennis Burke fasste die Erkenntnisse prägnant zusammen: Assoziatives Lernen sei weniger eine Frage der Übungsintensität als vielmehr eine des richtigen Timings.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entscheidend ist also nicht die schiere Häufigkeit, sondern der zeitliche Abstand zwischen den Lernerlebnissen – und damit die Bedeutung, die das Gehirn einem einzelnen Ereignis beimisst. Je seltener etwas vorkommt, desto stärker reagieren die dopaminergen Neuronen darauf. Ein Mechanismus, der evolutionär durchaus Sinn ergibt: Seltene, aber potenziell wichtige Ereignisse verdienen mehr Aufmerksamkeit als alltägliche Routine.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Hippocampus und sein Hang zur Langeweile</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gehirn filtert permanent, was gespeichert wird und was nicht. Der Hippocampus, der als zentraler Umschlagplatz für neues Wissen gilt, arbeitet dabei keineswegs als passiver Empfänger. Neurobiologische Studien zeigen, dass diese Struktur schnell ermüdet, wenn immer wieder dieselbe trockene Information eintrifft. Bei reizloser Wiederholung schließt der Hippocampus quasi die Pforten zum Langzeitgedächtnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine entscheidende Rolle spielt dabei das limbische System, der emotionale Kern des Gehirns. Es färbt jeden eingehenden Reiz emotional ein, noch bevor eine bewusste Verarbeitung stattfindet. Wahrnehmungen, die als bedeutungslos eingestuft werden, gelangen gar nicht erst in dauerhafte Speicher. Die emotionale Tönung entscheidet darüber, ob eine Erfahrung das Gehirn überhaupt erreicht. Das Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg beschreibt diesen Zusammenhang detailliert: Gutes Lernen und Erinnern hängen entscheidend von Aufmerksamkeit, Motivation und Belohnung ab. Wichtige Informationen werden von unwichtigen getrennt – eine Bewertung, die nicht auf intellektueller Ebene, sondern im limbischen System erfolgt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bedeutung als entscheidender Lernschlüssel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ein Kind versteht, warum ein bestimmter Inhalt für sein eigenes Leben, seine Fragen oder seine Weltsicht relevant ist, verändert sich die neurobiologische Grundlage des Lernens radikal. Das Belohnungssystem wird aktiviert, Dopamin wird ausgeschüttet, und das Gehirn markiert die Erfahrung als speicherungswürdig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Dopaminforschung differenziert hier genauer: Der Neurotransmitter aktiviert zwei unterschiedliche Rezeptorsysteme. Der D1-Rezeptor treibt durch unmittelbare Belohnung zum Handeln an, während der D3-Rezeptor langfristige Anstrengung und tiefergehendes Engagement unterstützt. Für nachhaltiges Lernen braucht es beide Systeme. Äußere Belohnungen wie Schulnoten aktivieren vor allem kurzfristig den D1-Weg. Fehlt jedoch eine emotionale, bedeutungsvolle Verbindung zur Tätigkeit selbst, lässt das Interesse schnell nach. Es entsteht ein oberflächlicher Lerneffekt ohne Tiefe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine vielzitierte Grundschulstudie veranschaulicht dieses Problem eindrücklich: Kinder, die für das Malen mit Goldsternen belohnt wurden, verloren ihr Interesse am Zeichnen nahezu vollständig, sobald die Belohnung ausblieb. Die zweite Gruppe, die einfach malen durfte, zeichnete unbekümmert weiter. Psychologen sprechen hier vom Korrumpierungseffekt – äußere Anreize können eine vorhandene innere Freude zerstören.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Intrinsische Motivation und das lernende Gehirn</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Intrinsische Motivation, also der Antrieb aus der Tätigkeit selbst, nutzt stabilere neuronale Netzwerke als extrinsische Verstärker. Dabei wird nicht nur das Belohnungszentrum aktiv, sondern auch Bereiche des präfrontalen Kortex, die mit Selbstreflexion und Identitätsbildung verknüpft sind. Es entsteht, was Forscher einen stabilen Dopamin-Flow nennen – ein Zustand, der konzentriertes Arbeiten über lange Zeiträume ermöglicht, ohne dass das System erschöpft wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich lässt sich dieses Phänomen bei Kindern im freien Spiel beobachten. Sie lernen dabei intensiv, merken es aber nicht. Ein Bauklotzturm kippt zum zehnten Mal um, und das Kind baut ihn zum elften Mal wieder auf. Kein äußerer Anreiz, kein Zwang, keine Note – nur die Sache selbst, die anzieht und beschäftigt. Der Erziehungswissenschaftler Andreas Dörpinghaus hat darauf hingewiesen, dass Lernen stets aus Erfahrungen erwächst, in denen Verstehen als Prozess seinen Ausgang nimmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die falsche Frage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eltern und Lehrer stellen sich häufig eine bestimmte Frage: Wie bringe ich diesem Kind mehr bei? Wie erhöhe ich die Wiederholungszahl, den Lerndruck, die Hausaufgabenzeit? Die Neurobiologie legt eine grundlegend andere Frage nahe: Womit beschäftigt sich dieses Kind, wenn niemand zuschaut? Was zieht es an – freiwillig, hartnäckig, spielerisch? Denn genau dort, in der selbstgewählten Beschäftigung, findet Lernen auf neurobiologisch optimalem Niveau statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist keine romantische Verklärung kindlicher Freiheit. Es ist die schlichte Konsequenz dessen, was die Forschung über dopaminerge Systeme, limbische Verarbeitung und synaptische Plastizität weiß. Ein Gehirn, das versteht, warum etwas wichtig ist, braucht manchmal nur eine einzige Begegnung mit einem Thema. Ein Gehirn, das es nicht versteht, wird auch durch hundert Wiederholungen nicht nachhaltig erreicht. Die entscheidende Frage lautet nicht: Wie viel Lernstoff passt in einen Kopf? Sondern: Wozu lernt dieses Kind überhaupt?</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum gilt Wiederholung nicht mehr als Königsweg des Lernens?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Neuere neurobiologische Forschungen, darunter eine Studie der University of California aus dem Jahr 2026, zeigen, dass das Gehirn weniger auf schiere Häufigkeit von Reizen reagiert als vielmehr auf deren zeitliche Abstände und vor allem auf ihre Bedeutung. Seltene, aber bewusst erlebte Ereignisse aktivieren das dopaminerge System stärker als tausendfache Wiederholung, die den Hippocampus eher langweilt und abschaltet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was genau passiert im Gehirn, wenn ein Lerninhalt als bedeutsam eingestuft wird?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das limbische System, der emotionale Kern des Gehirns, bewertet jeden eingehenden Reiz vor der bewussten Verarbeitung. Erscheint etwas als relevant, wird das Belohnungszentrum aktiviert, Dopamin ausgeschüttet, und der Hippocampus markiert die Erfahrung als speicherungswürdig. Informationen ohne emotionale Tönung gelangen dagegen gar nicht erst in den Langzeitspeicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie hängen zeitliche Abstände beim Lernen mit dem Lernerfolg zusammen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die genannte UCSF-Studie an Mäusen ergab, dass Tiere, die nur wenige, aber weit auseinanderliegende Lernereignisse erfuhren, genauso gut lernten wie solche mit der zwanzigfachen Anzahl an Wiederholungen. Entscheidend ist also nicht die Häufigkeit, sondern das Timing: Größere Abstände zwischen den Lernerlebnissen signalisieren dem Gehirn eine höhere Relevanz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was unterscheidet intrinsische von extrinsischer Motivation aus neurowissenschaftlicher Sicht?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Intrinsische Motivation – der Antrieb aus der Tätigkeit selbst – aktiviert stabilere neuronale Netzwerke, darunter Bereiche des präfrontalen Kortex für Selbstreflexion und Identität. Extrinsische Belohnungen wie Noten oder Goldsterne sprechen vor allem den kurzfristigen D1-Dopaminweg an, können aber vorhandene innere Freude zerstören (Korrumpierungseffekt). Nachhaltiges Lernen braucht beide Systeme, wobei die Bedeutung der Tätigkeit im Vordergrund stehen muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum verlieren Kinder manchmal das Interesse an etwas, das sie zuvor gerne gemacht haben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein klassisches Experiment mit Grundschulkindern zeigte: Wer für das Malen Goldsterne erhielt, malte nach Wegfall der Belohnung kaum noch. Die Gruppe ohne äußeren Anreiz zeichnete unbekümmert weiter. Äußere Verstärkung kann die natürliche Neugier untergraben, weil das Gehirn dann nicht mehr die Tätigkeit selbst, sondern die Belohnung als Ziel abspeichert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Frage sollten Eltern und Lehrer sich stattdessen stellen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt zu fragen, wie man einem Kind mehr Lernstoff einflößen oder die Wiederholungszahl erhöhen kann, lautet die neurobiologisch sinnvollere Frage: Womit beschäftigt sich dieses Kind freiwillig, hartnäckig und spielerisch, wenn niemand zuschaut? Genau dort findet Lernen auf optimalem Niveau statt – weil das Gehirn selbst den Impuls zur Bedeutungserzeugung liefert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bedeutet das, dass strukturiertes Lernen und Übung völlig überflüssig sind?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein. Übung ist nicht sinnlos, aber ihre Wirkung hängt entscheidend von der ihr zugrunde liegenden Bedeutung ab. Ein Gehirn, das verstanden hat, warum ein Thema wichtig ist, kann bereits nach wenigen Begegnungen tiefe und dauerhafte Verknüpfungen bilden. Ohne dieses Verständnis helfen auch hundert Wiederholungen kaum. Die Forschung plädiert also nicht gegen Fleiß, sondern für einen intelligenteren Einsatz von Lernzeit – mit Fokus auf Sinnkonstruktion statt mechanischem Pauken.</p>



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		<title>Warum dänische Schulen Kindern Empathie lehren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Unser neues Wir]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Nov 2023 16:12:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wir alle haben schon gehört, dass die Dänen ein glückliches Volk sind. Einen wesentlichen Beitrag]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><button class="responsivevoice-button" type="button" title="ResponsiveVoice Tap to Start/Stop Speech" data-rvtts-action="speak" data-rvtts-text="Wir alle haben schon gehört, dass die Dänen ein glückliches Volk sind. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem Glück leisten die Schulen, die den Schwerpunkt auf die Vermittlung von Empathie gelegt haben. 2017 besuchte die Bestsellerautorin und dänische Erziehungsexpertin Jessica Alexander dänische Schulen, um zu untersuchen, wie die Dänen Empathie lehren und welche emotionalen und sozialen Auswirkungen dies auf die Schüler hat. Was sie dabei erfuhr, spiegelt die Themen des 2016 gemeinsam mit der dänischen Psychotherapeutin Iben Dissing Sandahl verfassten Buches Warum dänische Eltern entspannter sind: Die persönlichen Erziehungsgeheimnisse der glücklichsten Familien der Welt*. Hier ist, was sie darüber herausgefunden haben, wie die Vermittlung von Empathie die kulturellen Definitionen von Erfolg und Wohlbefinden beeinflusst: 1. Lernen in der Gruppe Die Dänen lehren Empathie durch ein Modell des &quot;kooperativen Lernens&quot; bei dem Schüler mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen zusammenarbeiten. Da jeder Schüler einzigartige Fähigkeiten hat, übernimmt jeder durch die gemeinsame Nutzung von Fähigkeiten die Rolle des Lehrers und des Schülers. So lernen die Kinder schon früh, dass man nicht allein erfolgreich sein kann und dass die Hilfe anderer zu besseren Ergebnissen führt. Wenn man jemandem etwas beibringt, was man bereits weiß, fördert man außerdem seine Fähigkeit zur Empathie. Wenn man sich anhört, wie jemand Informationen aufnimmt, und sich in die Lage des anderen hineinversetzt, um zu verstehen, wie er lernt, stärkt das die geistigen Drähte für Empathie. 2. Teamwork Die Dänen sind begeistert von der Zusammenarbeit. Team-Projekte machen in Dänemark etwa 60 % der Schularbeit aus. Diese Fähigkeiten lassen sich gut in die Arbeitswelt übertragen. 3. Kein Wettbewerb zwischen den Schülern Dänische Schulen vergeben keine Trophäen an ihre Schüler für sportliche oder akademische Leistungen. Der Grund dafür ist, dass dies zu unnötigem Wettbewerb zwischen den Schülern führt. Stattdessen kultivieren sie eine Kultur der intrinsischen Motivation, d. h. die Motivation, Fortschritte zu erzielen, die mit einem selbst und nicht mit anderen gemessen werden. Auf diese Weise leiten die Dänen die Studierenden zu innerem Wohlbefinden sowie zu akademischem und beruflichem Erfolg an. Glück beginnt mit der Fürsorge für andere. Quelle: https://community.thriveglobal.com/danish-schools-teach-empathy-education-and-bolster-nation-s-well-being/ https://www.amazon.de/Warum-d%C3%A4nische-Eltern-entspannter-Erziehungsgeheimnisse/dp/3442393787?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2ZC2HAI92LEDW&amp;keywords=Iben+sandahl+Die+d%C3%A4nische+Art+der+Kindererziehung%3A+Was+die+gl%C3%BCcklichsten+Menschen+der+Welt+dar%C3%BCber+wissen%2C+wie+man+selbstbewusste%2C+f%C3%A4hige+Kinder+erzieht&amp;qid=1699804763&amp;sprefix=iben+sandahl+die+d%C3%A4nische+art+der+kindererziehung+was+die+gl%C3%BCcklichsten+menschen+der+welt+dar%C3%BCber+wissen+wie+man+selbstbewusste+f%C3%A4hige+kinder+erzieht%2Caps%2C188&amp;sr=8-2&amp;linkCode=ll1&amp;tag=kleinwagenb0c-21&amp;linkId=154cca0d7b0587d033d3c0195b56d271&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl https://www.amazon.de/%C2%BBMama-ich-will-spielen-resilienter/dp/3442393612?_encoding=UTF8&amp;pd_rd_w=IyQ3D&amp;content-id=amzn1.sym.c04b8eba-c028-41f1-93ba-155bc9f5a303&amp;pf_rd_p=c04b8eba-c028-41f1-93ba-155bc9f5a303&amp;pf_rd_r=257-1762676-3410936&amp;pd_rd_wg=dU9w0&amp;pd_rd_r=287a5369-cf20-4490-96cf-03471d2378fe&amp;linkCode=ll1&amp;tag=kleinwagenb0c-21&amp;linkId=76c6517c44473763189467b8653d4f81&amp;language=de_DE&amp;ref_=as_li_ss_tl" data-rvtts-voice="Deutsch Female" data-rvtts-brand-url="https://responsivevoice.org/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by" data-rvtts-brand-label="Powered by ResponsiveVoice"><svg class="rvtts-icon" width="22" height="22" viewBox="0 0 22 22" fill="currentColor" aria-hidden="true" focusable="false"><path fill-rule="evenodd" clip-rule="evenodd" d="M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z"/></svg><span class="responsivevoice-button__label">Listen to this</span></button></br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir alle haben schon gehört, dass die Dänen ein glückliches Volk sind. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem Glück leisten die Schulen, die den Schwerpunkt auf die Vermittlung von Empathie gelegt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2017 besuchte die Bestsellerautorin und dänische Erziehungsexpertin Jessica Alexander dänische Schulen, um zu untersuchen, wie die Dänen Empathie lehren und welche emotionalen und sozialen Auswirkungen dies auf die Schüler hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sie dabei erfuhr, spiegelt die Themen des 2016 gemeinsam mit der dänischen Psychotherapeutin Iben Dissing Sandahl verfassten Buches <a href="https://amzn.to/477I5h3">Warum dänische Eltern entspannter sind: Die persönlichen Erziehungsgeheimnisse der glücklichsten Familien der Welt</a>*.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier ist, was sie darüber herausgefunden haben, wie die Vermittlung von Empathie die kulturellen Definitionen von Erfolg und Wohlbefinden beeinflusst:</p>



<h4 class="wp-block-heading">1. <strong>Lernen in der Gruppe</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dänen lehren Empathie durch ein Modell des &#8220;kooperativen Lernens&#8221; bei dem Schüler mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen zusammenarbeiten. Da jeder Schüler einzigartige Fähigkeiten hat, übernimmt jeder durch die gemeinsame Nutzung von Fähigkeiten die Rolle des Lehrers und des Schülers. So lernen die Kinder schon früh, dass man nicht allein erfolgreich sein kann und dass die Hilfe anderer zu besseren Ergebnissen führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man jemandem etwas beibringt, was man bereits weiß, fördert man außerdem seine Fähigkeit zur Empathie. Wenn man sich anhört, wie jemand Informationen aufnimmt, und sich in die Lage des anderen hineinversetzt, um zu verstehen, wie er lernt, stärkt das die geistigen Drähte für Empathie.</p>



<h4 class="wp-block-heading">2. Teamwork</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dänen sind begeistert von der Zusammenarbeit. Team-Projekte machen in Dänemark etwa 60 % der Schularbeit aus. Diese Fähigkeiten lassen sich gut in die Arbeitswelt übertragen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">3. Kein Wettbewerb zwischen den Schülern</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Dänische Schulen vergeben keine Trophäen an ihre Schüler für sportliche oder akademische Leistungen. Der Grund dafür ist, dass dies zu unnötigem Wettbewerb zwischen den Schülern führt. Stattdessen kultivieren sie eine Kultur der intrinsischen Motivation, d. h. die Motivation, Fortschritte zu erzielen, die mit einem selbst und nicht mit anderen gemessen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf diese Weise leiten die Dänen die Studierenden zu innerem Wohlbefinden sowie zu akademischem und beruflichem Erfolg an. Glück beginnt mit der Fürsorge für andere.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:10px">Quelle: https://community.thriveglobal.com/danish-schools-teach-empathy-education-and-bolster-nation-s-well-being/</p>



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		<title>Die Tekos-Schule: 11 Jahre Schule in einem Jahr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Unser neues Wir]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2022 20:38:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[anders lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Freilernen]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine russische Schule stellt vieles auf den Kopf, was wir über Kinder und Lernen zu]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Eine russische Schule stellt vieles auf den Kopf, was wir über Kinder und Lernen zu wissen glauben. In einem bis vier Jahren sollen die Schüler dort den gesamten Stoff von normalerweise 11 Jahren Schule absolvieren. Mit 13 studieren einige schon an Universitäten. Was ist das Geheimnis dieser Schule?</span></p>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><span id="more-1627"></span></span><br />
<span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Die Schetinin-Schule in Russland: Stille Revolution</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Die Stadt Gelendzhik in der Krasnodar-Region am Schwarzen Meer ist nicht gerade eine Metropole, von der man Revolutionen erwartet. Doch in den Wäldern verbirgt sich eine Schule, welche vieles in Frage stellt, was wir über das Lernen und Schule zu wissen glauben. Der ehemalige Musiklehrer Michail Petrowitsch Schetinin (auch: Mikhail Petrovich Shchetinin) hat dort ein Wald-Internat aufgebaut, das ein völlig anderes Konzept von Schule verwirklicht und atemberaubende Ergebnisse hervorbringt: die Shkola Akademika Schetinina.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Was über die Schule berichtet wird, klingt unglaublich: Einige der Kinder lernen nach Aussage der Schule und zahlreicher Besucher aus aller Welt in einer Geschwindigkeit, die aus traditioneller Sicht unerklärlich scheint. 13-jährige Absolventen studieren da schon mal im zweiten Semster Psychologie, während sie weiter Lehrbücher und Lehrmethoden für die Schule entwickeln und zum Teil ältere Kinder unterrichten. Wobei sie eben genau das nicht tun: Unterrichten.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Denn alle Kinder sind sowohl Lehrer als auch Schüler. Die Schüler finden in Lerngruppen mit allen Altersstufen von 8 bis 22 Jahren zusammen und erarbeiten selbständig gemeinsam Lösungen zu konkreten Fragestellungen. Es wird immer nur an einem Thema gearbeitet, bis es gelöst ist oder vollständig verstanden ist. Es gibt keine verschiedenen Fächer, sondern nur Wissen, dass zur Lösung einer Frage benötigt wird. Das Ganze ist mehr ein Rätsel-Club als irgendetwas, das herkömmlichem Unterricht ähnlich sieht.</span></p>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Wissensosmose: Der Mensch weiß alles</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Soweit klingt alles noch nach freier Schule. Aber was wirklich in den Arbeitsgruppen passiert, erklärt Schetinin selbst wie folgt:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">„Hier geschieht hauptsächlich die Annäherung. Wenn uns das Treffen gelingt, dann können sie gemeinsam das Ziel erreichen, dass in 10 Tagen der Mathematikstoff der ganzen Mittelschule erfasst wird. Also auf 11 Jahre geteilte Mathematik, in 10 Tagen. Die ist die Aufgabenstellung. Das geschieht momentan mit solchen Schülern, denen es gelingt, sich mit anderen Schülern zu treffen, welche dieses Wissen schon haben. Das liegt am offenen, freien Miteinander. Wenn die polaren Strukturen (Kräfte) sich berühren, dann wird Wissen weitergegeben. Das ist bekannt. Beobachtungen an Liebespaaren zeigen, wie sie sich fast ohne Worte verständigen können. Kaum sagt einer etwas, schon hat es der andere bereits aufgenommen.“</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">An der Schule findet kein Lernen statt, sondern eher so etwas wie Wissens-Osmose. Die Übertragung von Wissen von einem Menschen auf einen anderen. Ein Teil davon sind Worte und Erklärungen, aber es geht um mehr. Martin Masliko ein 22-jähriger Praktikant aus Tschechien, der die Schule besucht hat, erzählt von einem Schlüssel-Erlebnis an der Schule: Er hatte an staatlichen Schulen mehrfach die Zellteilung durchgenommen, diese jedoch nie behalten oder wirklich verstehen können – bis er an die Schetinin-Schule kam.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">„Ein 11-jähriger begann mir die Zellteilung zu erklären. Er zeigte mir ein Buch, aber ich sah nur das Feuer in seinen Augen: Er wollte, dass ich es verstehe. In diesem winzigen Augenblick habe ich irgendwie die Zellteilung verstanden.“</span></p>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Diese Wissens-Osmose funktioniert nur unter einer bestimmten Bedingung, glaubt Schetinin:</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">„Es ist es sehr wichtig, dass in den Lehrern kein Gedanke existiert, dass die Schüler ohne Wissen wären. Wenn ein Lehrer etwas so erklärt , als ob die Schüler ohne Wissen wären, dann werden die Schüler auf Dauer kaum etwas behalten können. Das zweite ist das gemeinsame Treffen auf der Ebene der Aufgabenlösung. Das Lernen geht dann wie von ganz allein. Die Aufmerksamkeit muss auf die Lösung gelenkt werden, statt auf das Auswendiglernen. Man muss den Gedanken von „Lernen“ völlig aufgeben und sich auf das Lösen konkreter Aufgaben ausrichten. Durch die Leichtigkeit der gemeinsamen Aufgabenlösung löst sich die Differenz von Schüler und Lehrer auf und dabei wird das wichtige Wissen aufgenommen. Es ist praktisch wie das Erinnern an etwas Eingeschlafenem. Der Mensch weiß alles!“</span></p>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Kinder sind die besseren Lehrer</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Dass Kinder Kinder unterrichten, hat viele Vorteile. Zum einen denken Kinder wie Kinder und können es so anderen Kindern besser erklären. Die Schüler an der Tekos-Schule haben inzwischen selbständig eine völlig neue Lern-Pädaogik für sich selbst entwickelt, und schreiben sich ihre fachübergreifenden Lehrbücher selbst, da die herkömmlichen Bücher aus ihrer Sicht nicht funktionierten.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Die Kinder treffen sich eigenständig, um zu besprechen, wie bestimmte Themen besser vermittelt und verstanden werden können. Und einen neuen Plan für zukünftige Schüler zu entwickeln, wie diese den Stoff leichter und schneller verinnerlichen können. Nur so war es möglich, ein System zu entwickeln, dass es Schülern ermöglicht in 4 Jahren den Stoff von 11 Klassen zu verstehen. Und dadurch, dass der Gedanke, jüngere Kinder wären nicht in der Lage, etwas zu verstehen, schlicht nicht existiert.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">„Wir machen keine Trennung nach dem Alter. Für uns ist das sehr wichtig. Lehrer sind auf gleicher Ebene mit den Schülern. Ihre Aufgabe ist die Wissensweitergabe in 10 Tagen in solcher Art und Weise, dass die Schüler dieses Wissen auch weiter geben möchten.“ erklärt Schetinin. Oft sind es sogar gerade jüngere Schüler, die einen völlig neuen, kürzeren Weg finden, Dinge zu erklären oder zu lösen.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Aber auch wenn viele der Berichte über die Schule, vor allem das Lerntempo hervorheben – den Kindern selbst ist die Geschwindigkeit gar nicht wichtig:</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">„Jeder hat sein Tempo. Es ist egal, ob jemand in ein oder in vier Jahren fertig ist. Das innere Wachstum ist das, was zählt. Wenn spirituelles Wachstum stattfindet, ist Schul-Sachen zu lernen sehr, sehr einfach.“ erklärt eine gerade mal 14-jährige wie selbstverständlich.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1629" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-01.jpg" alt="Die Tekos-Schule" width="1280" height="960" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-01.jpg 1280w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-01-600x450.jpg 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-01-300x225.jpg 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-01-1024x768.jpg 1024w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-01-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></span></p>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Alle Kinder sind Genies</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Wer die Kinder reden hört, mag sich fragen, wo Schetinin bloß so viele Genies aufgetrieben hat. Aber das hat er gar nicht.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">„Wir testen keinen IQ. Wenn das Herz eines Kindes offen ist, ist es ein Genie. Wenn du sein Herz öffnest, seine Komplexe, alle Anspannung und Angst entfernst, dann wirst du ein Genie sehen, dass schon auf seinem ganz eigenen Weg ist“, legt Schetinin sein Pädagogik-Konzept dar.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Das Ziel seiner Arbeit, ist die spirituelle und persönliche Reifung der Kinder, die von Anfang an als Wissende, gleichwürdige Genies behandelt werden, als die Zukunft und der nächste Schritt der Menschheit und der neue Höhepunkt der Evolution. Wie sollte die letzte Stufe der Evolution die nächste unterrichten? Die Kinder tragen in seinen Augen alles Wissen in sich, auch neues Wissen, dass sie erst in die Welt bringen. Deshalb ist es so wichtig, dass sie sich gegenseitig und selbst unterrichten, nach ihrem eigenen System.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Der schönste Moment für Schetinin? „Das Kind stellt eine neue Frage und beantwortet sie sich selbst. Dabei entdeckt es Wissen, dass den Erwachsenen noch nicht bekannt war. Das ist das höchste Ziel, das Bildung erreichen kann.“</span></p>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Ein ganzheitliches Konzept – inklusive Nationalismus?</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Doch das (nicht)-Lernen ist nur ein Teil der Schule. Die Schüler verwalten sich komplett selbst. Sie mauern ihre Schule, sie sägen im eigenen Sägewerk die Bretter, aus denen sie Möbel bauen, sie renovieren, sie machen die Buchhaltung, waschen ihre eigene Wäsche, kochen, lernen ihre eigene Kleidung zu nähen, gestalten ihre Räume mit komplexen Wandmalereien und Mosaiken. Und zwar alle, egal in welchem Alter, nehmen an all diesen Aktivitäten teil. Wer diese Schule verlässt, ist ein Allround-Genie.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Was auf den ersten Blick erschreckend erscheinen mag, ist der fast militärische Teil der Schule: Die Schüler sind körperlich durchtrainiert, fast jeder macht leicht einen Salto aus dem Stand, Flick-Flacks oder sonstige akrobatische Manöver. Man ist offensichtlich in seinem Körper zu Hause. Sie sind in Kampfsport ausgebildet – auch an Waffen. So sieht man auch mal ein 10-jähriges Mädchen Schwertkampf auf Ninja-Niveau vorführen. Oder Jungs in Militär-Klamotten bei militärischen Kampfübungen im Wald. Wer diese Schule verlässt, ist nicht nur ein Allround-Genie, er ist auch ein Krieger. Angstfrei, durchtrainiert und stark.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Einerseits wirkt das sehr ganzheitlich und beeindruckend, dürfte aber gerade in Deutschland bei einigen auch ungute Gefühle und Erinnerungen wachrufen. Besonders, weil Kinder wie Erwachsene an der Schule keinen Hehl aus ihrem Nationalstolz machen, man lernt für Russland, für die Zukunft der Heimat. Die Schule legt großen Wert auf das Lernen von traditionellen Tänzen, Gesängen, Sagen, auf traditionelle Küche, traditionelle Trachten, traditionelle Musik, die Liebe zu Mutter Russland. Einem deutschen wird da zunächst vielleicht mulmig. Aber auch dafür hat Schetinin eine immerhin anhörenswerte Erklärung parat.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Die Kinder müssen an die kollektive Volksseele, ihre Ahnen angebunden sein, verwurzelt in der Natur ihres Heimatlandes. Nur so kann ein Mensch seine volle Kraft entfalten, meint Schetinin.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1630" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-02.jpg" alt="Die Tekos-Schule" width="1280" height="854" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-02.jpg 1280w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-02-600x400.jpg 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-02-300x200.jpg 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-02-1024x683.jpg 1024w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-02-768x512.jpg 768w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/09/Tekos-2022-02-675x450.jpg 675w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Und nur wenn Körper und Geist, konkretes und abstraktes Wissen, Wurzeln und Zweige sich gleichzeitig entwickeln, erblüht ein Mensch – die Kombination aller Bereiche zu einem ganzheitlichen Ansatz hat für Schetinin enorme Wichtigkeit.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">„Es hat sich herausgestellt, dass sich Fähigkeiten in einem Bereich erst vollständig manifestieren, wenn auch Fähigkeiten in vielen anderen Bereichen des Lebens entwickelt werden. Junge Menschen erobern Gipfel, wenn ihnen noch nicht eingeredet wurde, dass diese Gipfel unerreichbar sind. Es ist unsere Auffassung, dass Fähigkeiten in einem Tätigkeits-Bereich sich aus Fähigkeiten in anderen Bereichen zusammensetzen. Wahres Talent ist ein ganzes Netzwerk von verschiedenen Gaben. Das bedeutet, dass die Entwicklung eines Satzes von Fähigkeit sich beschleunigt, wenn alle diese Fähigkeiten zusammen in Bewegung gesetzt werden. Auch um einen Spezialisten hervorzubringen, muss man folglich zuerst einmal einen ganzheitlichen Menschen hervorbringen – den Menschen als ein einheitliches Ganzes.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Unser Ziel ist nicht Wissen / Know-how / Gewohnheiten zu vermitteln. Es ist nicht endloses einstudieren und Auswendiglernen, oder das Eintrichtern von Informationen. Vielmehr ist es die Erhöhung des Menschen dahin, harmonisch zu leben, in Harmonie mit der Gesellschaft zu handeln – ein Mensch, der, wenn er die Erscheinungen des Lebens, die ihn umgeben sieht und analysiert, stets ihre Verbindung fühlen und die Welt als ein Ganzes wahrnehmen kann. Und egal, was er ist – ein Ingenieur, Physiker, Chemiker, Baumeister, Lehrer etc. – wird er verstehen, dass er in einer ganzen, vollständigen, einheitlichen Welt lebt.“</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Michail Petrowitsch Schetinin</span></p></blockquote>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Wedische Philosophie</span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Besonderer Wert wird auch auf die Entwicklung von Spiritualität und Naturverbundenheit gerichtet. Der Eindruck einer gewissen Ideologie lässt sich dabei nicht ganz verscheuchen – die slawisch-wedische Philosophie und das Anastasia-Gedankengut sind allgegenwärtig. Alle Kinder haben ein verblüffendes spirituelles Wissen und eine tiefe Beziehung mit der Natur. Daran sind sicher vor allem viele positive Dinge zu finden, aber es ist irgendwie immer seltsam, wenn so viele Menschen ganz und gar einer Meinung sind.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Dennoch: Die Kinder sprechen für sich. Die Wachheit, Intelligenz, das Verantwortungsgefühl und die Würde, die sie ausstrahlen, sind schon etwas Besonderes. Allerdings: wie ausgelassene Kinder wirken sie kaum.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Der Filmemacher einer bekannten Film-Dokumentation über die Schule rekapituliert ähnlich:</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">„Ich habe tolle Erinnerungen an meine Arbeit mit den Kindern hier. Meine einzige Besorgnis ist: Die Kinder haben keinerlei Privatsphäre. [Die Kinder leben in Mehrbettzimmern und sind den ganzen Tag zusammen. Anmerk. d. Red.]. Sie haben keine wirkliche Freizeit, um sich selbst zu erkunden. Es gibt eine einzige alles Umspannende Vision: Die von Michael Schetinin. Viele der Arbeiten erfordern enorme Disziplin und Gehorsam. Und ihre Verehrung des Vaterlandes grenzt teilweise an Unterwürfigkeit.“</span></p></blockquote>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Inspiration</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Was immer man also über diese Schule denken mag: Man kommt nicht umhin, anzuerkennen, was sie leistet und sie ist eine enorme Quelle der Inspiration. Der Ansatz von Schetinin enthält viele wichtige, grundlegende Gedanken, die es verdient haben, gehört zu werden – auch wenn man vielleicht nicht mit allem einverstanden sein mag.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Wie viele anderen freien Schulen weltweit ist auch diese Schule ein Licht, welches unser gängiges Schulsystem eigentlich augenblicklich in sich zusammenstürzen lassen sollte. Denn was die herkömmliche Schule derzeit mit unseren Kindern tut, ist mit diesem Wissen, diesen Beweisen in keiner Weise mehr vertretbar.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Quelle: <a href="https://www.sein.de/" target="_blank" rel="noopener">sein.de</a></span></p>
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		<title>Das Leben und Wirken von Maria Montessori</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Unser neues Wir]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Aug 2022 22:56:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Weltverbesserer]]></category>
		<category><![CDATA[erziehen]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
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					<description><![CDATA[Maria Montessori war eine Ärztin, die durch ihre Arbeit in der Kleinkindererziehung weltberühmt wurde. Sie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Maria Montessori war eine Ärztin, die durch ihre Arbeit in der Kleinkindererziehung weltberühmt wurde. Sie wurde am 31. August 1870 in Italien als Tochter gut gebildeter Eltern aus der Mittelschicht geboren. Trotz der Proteste ihres Vaters studierte sie zunächst Ingenieurwesen, dann Medizin und schloss 1896 als eine der ersten Frauen ihr Studium an der Universität Rom als Ärztin ab. Als freiwillige Forscherin an der psychiatrischen Klinik der Universität besuchte sie Asylantenheime, um Patienten für eine Behandlung zu finden, und beobachtete dort Kinder, die an einer Geisteskrankheit litten. Es wurde ihr klar, dass keiner von ihnen unter den Bedingungen der Anstalten Aussicht auf Besserung hatte, und sie interessierte sich für die Arbeit von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Itard" target="_blank" rel="noopener">Jean Marc Gaspard Itard</a> und </span><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89douard_S%C3%A9guin" target="_blank" rel="noopener"><span class="mw-page-title-main" style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Édouard Séguin</span></a><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">.</span><br />
<span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><span id="more-1540"></span></span></p>
<h4><strong><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Rede beim Nationalen Ärztekongress in Turin</span></strong></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Im Jahr 1897 begann Montessoris Arbeit mit diesen Kindern an Bedeutung zu gewinnen. Die 28-jährige Montessori wurde gebeten, auf dem Nationalen Ärztekongress in Turin eine Rede zu halten, in der sie die umstrittene Theorie vertrat, dass das Fehlen einer angemessenen Versorgung von Kindern mit geistigen und emotionalen Störungen eine Ursache für deren Delinquenz sei. Im darauf folgenden Jahr sprach sie auf dem Nationalen Pädagogischen Kongress und stellte eine Vision des sozialen Fortschritts und der politischen Ökonomie vor, die auf pädagogischen Maßnahmen beruhte. Sie forderte die Gründung von medizinisch-pädagogischen Instituten und eine spezielle Ausbildung für Lehrer, die mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen arbeiten. Dieser Gedanke der sozialen Reform durch Bildung war eine Idee, die sich in Montessoris Denken während ihres gesamten Lebens entwickeln und reifen sollte.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Sie entwarf und baute eine Reihe von Lehrmaterialien und entwickelte eine Umgebung, in der selbstmotiviertes Lernen stattfinden konnte. Ihr Erfolg mit diesen Kindern veranlasste sie, sich für die Erziehung typischer Kinder zu interessieren, und 1907 gründete sie ihre erste Schule, das &#8220;Casa dei Bambini&#8221; (Haus der Kinder), in einem unterprivilegierten Viertel von Rom.</span></p>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Lebenslanges Engagement für Erziehung</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Es begann Dr. Montessoris lebenslanges Engagement für die Erziehung und nicht für die Medizin. Das Casa dei Bambini&#8221; (Haus der Kinder), erregte große Aufmerksamkeit, und 1909 führte Maria Montessori ihren ersten Ausbildungskurs für Lehrer durch. Daraus entwickelte sich ihre Erziehungstheorie (dargelegt in der Montessori-Methode) und das Wachstum der Montessori-Schulen in ganz Europa und den USA.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Es folgten Vortragsreisen und Ausbildungskurse in England, Spanien, Australien, Niederlande und den Vereinigten Staaten. 1934 erzwang Mussolini die Schließung der Montessori-Schulen in Italien, und Dr. Montessori ließ sich in den Niederlanden nieder, wo sie die Internationale Montessori-Gesellschaft gründete.</span></p>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Gründung eines Ausbildungszentrums in Indien</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, ging Dr. Montessori nach Indien, um ein Ausbildungszentrum zu gründen, und dort wurden ihre Ideen von der indischen Kultur beeinflusst. In Indien entwickelte sie das Konzept der &#8220;kosmischen Erziehung&#8221;. Außerdem entwickelte sie als Folge des Krieges ein leidenschaftliches Engagement für den Frieden durch Erziehung.</span></p>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><br />
<strong>Nach dem Krieg Zentrum in London gegründet</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Nach Ende des Krieges kehrte sie nach London zurück und gründete ein Montessori-Zentrum, das heute als St. Nicholas Training Centre weiterbesteht. Den Rest ihres Lebens verbrachte sie mit Schreiben und Lehren, und sie reiste viel, um die Ziele der A.M.I. zu fördern.</span></p>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Norminierung für den Friedensnobelpreis</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Sie wurde dreimal für den Friedensnobelpreis nominiert und erlebte, wie sie und ihre Theorien in der ganzen Welt Anerkennung fanden. Sie starb 1952 im Alter von 82 Jahren in Holland und ist in der Nähe von Den Haag, dem Sitz der A.M.I. (Association Montessori Internationale), begraben.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1549" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/building-blocks-g5cd1e7146_1920.jpg" alt="Maria Montessori" width="1920" height="1280" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/building-blocks-g5cd1e7146_1920.jpg 1920w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/building-blocks-g5cd1e7146_1920-600x400.jpg 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/building-blocks-g5cd1e7146_1920-300x200.jpg 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/building-blocks-g5cd1e7146_1920-1024x683.jpg 1024w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/building-blocks-g5cd1e7146_1920-768x512.jpg 768w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/building-blocks-g5cd1e7146_1920-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/building-blocks-g5cd1e7146_1920-390x260.jpg 390w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/building-blocks-g5cd1e7146_1920-520x347.jpg 520w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/building-blocks-g5cd1e7146_1920-740x493.jpg 740w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<h4><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong><span style="font-size: 14pt;">Die Montessori-Methode</span></strong></span></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Das als Montessori-Methode bekannte Erziehungssystem wurde als Ergebnis jahrelanger Forschung und Beobachtung von Kindern und deren Lernverhalten entwickelt.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Dr. Montessori kam zu dem Schluss, dass ein Kind im Alter von 0 bis 6 Jahren eine erstaunliche Fähigkeit besitzt, Wissen schneller und müheloser aufzunehmen als später im Leben &#8211; den absorbierenden Geist. Entscheidend für das Verständnis der Lernfähigkeit eines Kindes ist es, die Bedeutung der sensiblen Phasen für das frühe Lernen zu verstehen. Zu bestimmten Zeitpunkten im Leben eines Kleinkindes ist es mehr als zu jedem anderen Zeitpunkt in seinem Leben von bestimmten Fähigkeiten fasziniert oder in der Lage, diese zu erlernen. Wenn diese Lernphasen einmal vorbei sind, kehren sie möglicherweise nie wieder zurück. Diese Erkenntnis macht es notwendig, Kinder so früh wie möglich dem Lernen auszusetzen, sie in neue Konzepte einzuführen und einen Lehrplan zu entwickeln, der ihren persönlichen Interessen, ihrem Entwicklungsstand und ihren körperlichen, emotionalen und intellektuellen Bedürfnissen entspricht &#8211; den Bedürfnissen des ganzen Kindes.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Die Montessori-Methode respektiert die einzigartigen Qualitäten und Persönlichkeiten jedes Einzelnen, die bestimmen, was er wann zu lernen bereit ist. Jedes Montessori-Klassenzimmer ist so ausgestattet, dass es die verschiedenen Lernniveaus aller Schüler berücksichtigen kann. Die Lektionen werden einzeln, in kleinen oder großen Gruppen präsentiert und erst dann eingeführt, wenn ein Kind Interesse oder Bereitschaft zeigt und instinktiv seine Arbeit auswählt. Auf diese Weise wird das Montessori-Kind auf den Erfolg vorbereitet, der immer ein positives Selbstwertgefühl fördert.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">&#8220;Die erste Voraussetzung für die Entwicklung des Kindes ist die Konzentration. Das Kind, das sich konzentriert, ist ungemein glücklich.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Dr. Maria Montessori</span></p></blockquote>
<h4><strong><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Wie reagieren Kinder auf ihre Umwelt</span></strong></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Dr. Montessoris Forschung untersuchte, wie Kinder auf ihre Umwelt reagieren. </span><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Die natürliche Neigung des kleinen Kindes, seine Welt zu berühren und taktil zu erfahren, erklärt, warum der weltberühmte Montessori-Apparat eine so faszinierende Anziehungskraft auf ein Kind ausübt. Für jede zu unterrichtende Lektion gibt es ein geeignetes Gerät, das aus natürlichen Stoffen wie Holz hergestellt ist &#8211; schön für das Auge und dazu bestimmt, das Kind zum Lernen durch die Sinne anzuregen. Die Progression des Lernens, die von einer konkreten Ebene ausgeht, hilft den Kindern hervorragend dabei, Konzepte durch ihre eigenen aktiven statt passiven Bemühungen zu begreifen. Sobald ein Konzept verstanden ist, kann das Kind nahtlos zur abstrakten Ebene übergehen.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">&#8220;Helfen Sie einem Kind niemals bei einer Aufgabe, bei der es das Gefühl hat, dass es erfolgreich sein kann&#8221;.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Dr. Maria Montessori</span></p></blockquote>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Das Ziel der Montessori-Pädagogik ist es, dem Kind zu helfen, unabhängig zu werden. Die Aktivitäten im Klassenzimmer zielen darauf ab, dem Kind die Möglichkeit zu geben, Dinge selbst zu tun, wie z. B. sich selbst anzuziehen und seine eigene Arbeit auszuwählen. Wenn es die Möglichkeit dazu hat, wird ein kleines Kind verkünden: &#8220;Ich kann das&#8221;, und als Ergebnis seiner eigenen Bemühungen wird es von einem gesteigerten Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen profitieren, das zu weiteren Leistungen anspornt.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">In dem Wissen, dass alle Kinder instinktiv motiviert sind, zu lernen und zu erforschen, wenn die Umgebung angemessen gestaltet und ausgestattet ist, um ihren individuellen Interessen und Fähigkeiten gerecht zu werden, ist der Montessori-Klassenraum als vorbereitete Umgebung bekannt. Er ist mit kindgerechten Möbeln ausgestattet, um die Unabhängigkeit und Bewegungsfreiheit des Kindes zu fördern.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Um dem Gedanken entgegenzuwirken, dass sich Kinder von Natur aus zur Arbeit und nicht zum Spielen hingezogen fühlen, beinhalten die Montessori-Aktivitäten praktische Aufgaben, wie sie in einer Küche anfallen, wie das Backen von echten Lebensmitteln, das Reinigen von echten Möbeln, das Putzen von Fenstern usw. und werden Teil der täglichen Arbeitstätigkeit des jungen Kindes. Der Stolz, der sich aus echter Arbeit ergibt, motiviert das Kind zu größerer Leistung und einem Gefühl der Vollendung.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Der Lehrplan ist in fünf Kategorien unterteilt: praktisches Leben, Sinnesorgane, Sprache, Mathematik und Kultur. Jede Lektion wird dem Kind so präsentiert, dass sie </span><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">seinem natürlichen Hang zu Ordnung und Organisation entgegenkommt. Die Kinder lernen, ihren Arbeitsplatz zu organisieren und aufzuräumen, was ihr Verantwortungsbewusstsein fördert und gleichzeitig durch Sauberkeit den Respekt vor der Umwelt stärkt.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Die Montessori-Methode bietet Kindern die Möglichkeit, ein Umfeld zu schaffen, in dem sie sich entfalten können, und ermutigt sie, die Befriedigung ihrer eigenen Bemühungen zu genießen. Ganz gleich, ob die Leistung darin besteht, sich selbst die Schnürsenkel zu binden oder ein Buch zu lesen, die Montessori-Methode bietet jedem Kind das Versprechen und die Möglichkeit, sein eigenes Potenzial zu entfalten.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Quellen: http://www.beehive.wa.edu.au | https://enquiringmindsmontessori.com | Wikipedia</span></p>
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		<title>Philosophie der Waldorfpädagogik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Unser neues Wir]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Aug 2022 21:34:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Schulen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Waldorfpädagogik ist eine Erziehungsphilosophie, die den Schwerpunkt auf die &#8220;kindzentrierten&#8221; Philosophien der Progressiven legt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Die Waldorfpädagogik ist eine Erziehungsphilosophie, die den Schwerpunkt auf die &#8220;kindzentrierten&#8221; Philosophien der Progressiven legt. Rudolf Steiner, der Gründer der ersten Waldorfschule in Deutschland im Jahr 1919, war der Ansicht, dass alle Kinder eine &#8220;individuelle&#8221; Betreuung erhalten sollten und nicht nur Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Wie sein Zeitgenosse Dewey drängte Steiner auf eine Bildungsreform in Richtung &#8220;kindzentrierter&#8221; Philosophien im Gegensatz zu den traditionelleren &#8220;subjektzentrierten&#8221; Ideologien der damaligen Zeit.</span><br />
https://www.unserneueswir.de/<br />
<span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>&#8220;Das Leben als Ganzes eine Einheit.&#8221;</strong></span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">2019 feierte die Walddorfschule den 100. Geburtstag.  Die Waldorfschulen folgen alle einem &#8220;ganzheitlichen Ansatz zur Erkenntnis&#8221; (Richards, 1980). Diese &#8220;ganzheitliche&#8221; Vision der Erziehung basiert auf der Ideologie, dass ein Kind in Geist, Körper und Seele erzogen werden muss. Wie Rudolf Steiner selbst beschreibt, &#8220;ist das Leben als Ganzes eine Einheit, und wir müssen nicht nur das Kind, sondern das ganze Leben betrachten; wir müssen den ganzen Menschen betrachten&#8221;. Steiners Ansatz verkörpert die Philosophien der &#8220;kindzentrierten&#8221; Bewegung der frühen Progressiven, die danach strebten, das Kind intellektuell, physisch und sozial zu erziehen. Sie waren der Meinung, dass die Lehrer sich auf die Lernprozesse und Leistungen des Kindes in allen Bereichen konzentrieren sollten, nicht nur auf die akademischen. Auf diese Weise können sich die Kinder als vollständige menschliche Wesen entwickeln und nicht nur als gute Testkandidaten.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Eines der wichtigsten Merkmale der Waldorfpädagogik ist die besondere Aufmerksamkeit, die der Kunst und der Natur und ihrer innewohnenden Verbindung zum Menschen gewidmet wird. Steiner glaubte, dass die Beschäftigung mit Kunst und Natur in der Erziehung zu einer größeren Wertschätzung für die &#8220;Schönheit&#8221; des Lebens führen würde: &#8220;Freude und Glück im Leben, Liebe zum ganzen Dasein, Kraft und Energie für die Arbeit &#8211; das sind die lebenslangen Ergebnisse einer richtigen Pflege des Gefühls für Schönheit und Kunst&#8221; (Piening et al., 1979). Diese Liebe zum Leben zeigt sich in den täglichen Aktivitäten dieser Schulen, in denen Musik, Kunst und Phantasie im Vordergrund stehen. Sogar die ästhetische Atmosphäre in den Klassenzimmern spiegelt die &#8220;ganzheitliche&#8221; Atmosphäre wider. Die Tampa Tribune beschreibt ein Waldorfambiente: &#8220;Stellen Sie sich ein Klassenzimmer mit alten Holztischen, einem Garten im Hinterhof und Kindern vor, die stricken und häkeln lernen. Kunst und Musik sind mit jedem Fach verflochten, die Schüler schreiben ihre eigenen Lehrbücher und das Spielzeug ist handgemacht&#8221; (Hoffman, 1995). Diese Erziehungsphilosophie ermöglicht es den Kindern, in einem nährenden Umfeld zu lernen, damit sich ihre wahre individuelle Identität entfalten kann. Dieser Ansatz, Kinder so zu erziehen, dass sie in allen Aspekten ihres Lebens wachsen, unterstreicht die &#8220;kindzentrierte&#8221; Philosophie, bei der sich das Lernumfeld um die Kinder und nicht um den Lehrstoff dreht. Mit anderen Worten: Jedes Kind wird für seine Leistungen in verschiedenen Bereichen geschätzt und nicht nur dafür, wie gut es bei einem Mathe-Test oder einem Buchstabierwettbewerb abgeschnitten hat. Jedes Kind wird für seine Leistungen gewürdigt, sei es ein schönes Gemälde, das an der Wand hängt, oder ein gut geschriebener Buchbericht, der vorgelesen wird. Die Befürworter dieser &#8220;kindzentrierten&#8221; Bewegung betrachten alle Kinder als einzigartige Individuen mit eigenen Gaben und Bedürfnissen: Jedes Kind verdient die gleiche Aufmerksamkeit, die man begabten und lernbehinderten Kindern widmet, jedes Kind ist &#8220;besonders&#8221;.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1336" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/Kinder-2022-17.jpg" alt="Kinder" width="1920" height="1280" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/Kinder-2022-17.jpg 1920w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/Kinder-2022-17-600x400.jpg 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/Kinder-2022-17-300x200.jpg 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/Kinder-2022-17-1024x683.jpg 1024w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/Kinder-2022-17-768x512.jpg 768w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/Kinder-2022-17-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/Kinder-2022-17-390x260.jpg 390w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/Kinder-2022-17-520x347.jpg 520w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/08/Kinder-2022-17-740x493.jpg 740w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
<h4><strong><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Wie sieht der Lehrplan an einer Waldorfschule aus? Wie unterscheidet er sich von dem anderer Schulen?</span></strong></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Rudolf Steiners Philosophie der &#8220;ganzheitlichen&#8221; Erziehung kommt im Lehrplan der Waldorfschulen deutlich zum Ausdruck, der den Schwerpunkt auf das &#8220;Individuum&#8221; und nicht auf die &#8220;Gruppe&#8221; legt. Der Unterricht an diesen Schulen ist in ein einzigartiges System von &#8220;Blöcken&#8221; gegliedert, die sich über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen auf bestimmte Lernbereiche konzentrieren. Die Befürworter dieses &#8220;Block&#8221;-Systems sind der Meinung, dass es ein effektiverer Weg ist, um auf die sich entwickelnden Bedürfnisse des einzelnen Kindes einzugehen. Sie argumentieren, dass sich mit der Entwicklung der Fähigkeiten der Kinder auch ihre Verständnisfähigkeit ändert. Die Lerninhalte müssen auf diese Veränderungen zugeschnitten sein. So werden beispielsweise in den ersten Jahren (erste bis vierte Klasse) Geschichte, Naturwissenschaften, Sprachwissenschaften und Mathematik häufig anhand von Geschichten und Mythen vermittelt. Wenn die Kinder älter werden, werden konkretere und technischere Bereiche dieser Fächer eingeführt. Durch diese Methode werden nicht nur die Bedürfnisse des sich entwickelnden Kindes, sondern auch seine Interessen befriedigt. Das Ergebnis ist, dass die Kinder oft aktiv an ihren Studien teilnehmen.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Der Waldorflehrplan ist auch für seine einzigartige Integration von Kunst und Musik in alle Lernbereiche bekannt. Durch tägliches Zeichnen, Malen, Singen, Instrumentalspiel und Eurythmie (eine besondere Form von Tanz und Bewegung) werden Geist, Körper und Seele der Kinder entwickelt. Viele der Ideen und Konzepte aus der Gründungszeit werden auch heute noch in den Waldorfschulen verwendet, trotz des Ansturms der neuen Technologien. Tatsächlich raten die Waldorfschulen vom Gebrauch von Fernsehern und Computern in der Entwicklung der Kinder ab. Stattdessen verlassen sie sich auf die Vorstellungskraft zur Unterhaltung und zum Lernen, wie Hoffman beschreibt: &#8220;Waldorfklassenzimmer rühmen sich nicht mit Computern, Fernsehern und Videokassettenrekordern. Waldorfpädagogen glauben nicht, dass sie die besten Werkzeuge sind, um Kindern das Denken beizubringen.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Waldorfschulen versuchen, den einzelnen Schüler auf jeder Stufe voll einzubeziehen, indem sie den Lehrplan auf sein Alter und seine Bedürfnisse abstimmen. Wie Richards beschreibt, &#8220;werden die Kinder als Kinder akzeptiert und nicht vor ihrer Zeit zu kleinen Erwachsenen gemacht&#8221; (Richards, 1980). Dieses Konzept, Kinder auf ihrem eigenen Niveau in das Erwachsenenalter hineinwachsen zu lassen, ist eine einzigartige Qualität der Waldorfpädagogik, die das Streben nach der Entwicklung des &#8220;Individuums&#8221; deutlich veranschaulicht.</span></p>
<h4><strong><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Welche Art von Lehrern arbeiten an Waldorfschulen? Haben sie ein spezielles Ausbildungsprogramm?</span></strong></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Waldorflehrer durchlaufen oft eine spezielle Waldorflehrerausbildung von mindestens zwei Jahren. Es gibt mehrere Lehrerausbildungsinstitute in der ganzen Welt, aber die Teilnahme an diesen Instituten ist nicht unbedingt verpflichtend. Richards beschreibt die viel &#8220;offenere&#8221; Atmosphäre der Waldorfschulen, die es interessierten Eltern und Freunden erlaubt, Mitglied des Lehrkörpers zu werden: &#8220;Viele Lehrer kommen immer noch durch eine Ausbildung an eine Schule, die langsam aus dem Interesse und der Vertrautheit mit einer bestimmten Schule wächst&#8230; Manchmal werden Eltern interessiert und beschließen, in der Schule zu arbeiten, zuerst als Lehrerhelfer und allmählich als engagierte Lehrer&#8221; (Richards, 1980, S. 23). Diese Lehrer kommen oft mit dem Wunsch in die Schule, am Lernprozess teilzuhaben und nicht nur Informationen zu vermitteln. Sie werden oft durch ihre eigenen Kinder oder durch andere Personen zur Schule hingezogen, was sie zu einer Schule der Menschen und nicht nur der Akademiker macht. Die Freiheit, sich der Waldorfschule anzuschließen, ermutigt interessierte und engagierte Lehrer. Oft haben die Lehrkräfte ihre eigenen Kinder an der Schule, was die persönliche Aufmerksamkeit für jeden Einzelnen unterstreicht. Als Teil ihres Engagements für die Schüler bleibt der Klassenlehrer idealerweise von der ersten bis zur achten Klasse bei derselben Gruppe von Kindern. Das Engagement für eine bestimmte Gruppe von Kindern über acht Jahre hinweg trägt dazu bei, ein starkes Gemeinschaftsgefühl aufzubauen, das zu dem führt, was viele als &#8220;eine zweite Familie&#8221; bezeichnen. Diese &#8220;Familie&#8221; ist oft recht klein, mit Klassen von durchschnittlich fünfzehn bis zwanzig Schülern.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Der Lehrer hat das Privileg, die Entwicklung jedes Einzelnen zu beobachten und daran teilzuhaben, wie Richards beschreibt: &#8220;Der Weg durch die acht Klassen der Grundschule soll für die Lehrer ebenso persönlich bereichernd sein wie für die Kinder&#8221; (Richards, 1980, S. 28). Dieses Konzept der Schule als Quelle des Nutzens sowohl für die Lehrer als auch für die Kinder war Teil von Steiners ursprünglicher Philosophie und trägt dazu bei, den &#8220;Gemeinschafts&#8221;-Aspekt seiner Schulen zu verstärken. Richards beschreibt, dass Steiner die Lehrer ermutigte, sich beim Unterrichten zu vergnügen: &#8220;Steiner drängte die Lehrer immer wieder, aus persönlicher Begeisterung zu unterrichten und nicht aus grimmiger Pflicht&#8230;Macht die Erfahrung interessant &#8211; das ist das Wichtigste&#8221; (Richards, 1980, S. 28). Waldorfschulen sind im Wesentlichen &#8220;kindzentrierte&#8221; Schulen, die durch &#8220;lehrerzentrierte&#8221; Philosophien unterstützt werden. Die Aufmerksamkeit, die dem Wohlbefinden der Lehrer gewidmet wird, ein Phänomen, das heute leider in den meisten Schulen vernachlässigt wird, fördert eine Atmosphäre des Wohlbefindens, die die ganze Schule, Lehrer und Kinder gleichermaßen, umfasst.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Zusätzlich zu diesem Bedürfnis nach &#8220;Begeisterung&#8221; der Lehrer, damit die &#8220;individualisierte&#8221; Aufmerksamkeit für die Schüler existieren kann, erfordern Waldorfschulen ein gutes Maß an Wissen über die Philosophie. Die &#8220;Waldorf Course Requirements&#8221; des Antioch College, einem der führenden Waldorflehrerausbildungsinstitute in Nordamerika, beschreiben den Lehrplan für angehende Waldorflehrer. Die Anforderung des Studiums der &#8220;kindzentrierten&#8221; Philosophie Rudolf Steiners stellt sicher, dass jeder Lehrer an der Schule in der Tradition der progressiven Pädagogik steht.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Sind die Schüler voll und ganz auf die ständig steigenden Anforderungen der Gesellschaft vorbereitet? Gehen sie aufs College und führen nach dem Abschluss ein &#8220;erfolgreiches&#8221; Leben?</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Das Ziel der Waldorfpädagogik ist es, die Schüler geistig, körperlich und seelisch voll zu entwickeln, damit sie zu aktiven Mitgliedern der Gesellschaft werden. Wie Richards beschreibt, &#8220;hilft sie uns, die gesamte Lebensspanne als Schulzeit zu betrachten und offen zu sein für die entwicklungsbedingten Veränderungen in Körper und Wahrnehmung, die sie kennzeichnen&#8221; (Richards, 1980). Steiner beschreibt dieses Ziel als den Wunsch, den Menschen voll zu entwickeln: &#8220;Unser höchstes Bestreben muss es sein, freie Menschen zu entwickeln, die von sich aus fähig sind, ihrem Leben Sinn und Richtung zu geben&#8221; (Piening et al., 1979). Die Waldorfschulen stellen jedes Kind und jeden Schüler als einzigartiges Individuum in den Mittelpunkt, das ein wichtiges Mitglied dieser Gesellschaft ist. Im Gegenzug verlassen die Schüler diese Schulen oft mit einem Gefühl dafür, &#8220;wer sie sind&#8221;.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Die Identität, die durch eine Waldorfpädagogik gewonnen wird, ist für jeden Menschen anders, und diese Unterschiede sind es, wo die Flexibilität und die Variationen der verschiedenen Waldorfschulen ins Spiel kommen. Obwohl die Schulen alle eine gemeinsame Philosophie haben, ist jede Schule eine eigene Einheit, die aus einzigartigen Lehrern, Schülern und Gemeinschaften besteht. Diese Lehrer, Schüler und Gemeinschaften haben unterschiedliche Einflüsse und definieren zusammen das Individuum. Viele der Schüler gehen auf renommierte Colleges, während andere persönlich erfüllende Berufe von der Schreinerei bis zur Musik ausüben. Mehrere Waldorfabsolventen sagen, dass sie sich während ihrer Schulzeit einiger der offensichtlichen Vorteile ihrer Ausbildung bewusst waren (kleine Klassen, Integration von Kunst und Musik in den Unterricht, enge Beziehungen zu den Lehrern usw.), aber erst, als sie in die &#8220;wirkliche Welt&#8221; eingetreten waren, konnten sie die Vorteile wirklich schätzen. Sie hatten das Gefühl, dass sie das Leben oft auf eine umfassendere Weise betrachten konnten als die meisten Menschen, denen sie im College und danach begegneten. Eine Absolventin beschrieb ihre Fähigkeiten als die Fähigkeit, &#8220;die Schönheit der kleinen Dinge im Leben zu sehen&#8221;. In einer Analyse von Waldorfabsolventen mit dem Titel &#8220;The Results of Waldorf Education&#8221; (Die Ergebnisse der Waldorfpädagogik) sprechen drei verschiedene Kritiker von außen über ihr Engagement und ihre Erfahrungen mit Waldorfabsolventen. James Shipman, ein Lehrer an der Marin Academy in Kalifornien, beschreibt einige seiner Schüler, die von der Marin Waldorf Grade School kommen: &#8220;Was ich hier sehe, ist eine Integration der Fähigkeiten &#8211; geistig, emotional, körperlich und spirituell &#8211; die, wenn sie mit den Obertönen der Persönlichkeit verbunden sind, sich zu einzigartigen Individuen vereinen.&#8221; Ein Biologieprofessor der Adelphi University beschreibt die Absolventen, die in seine Klasse kommen, als &#8220;eine einzigartige Ehrfurcht vor dem Leben&#8221;. Der dritte Artikel beschreibt die Ergebnisse einer in Deutschland durchgeführten Studie über Waldorfabsolventen. Die Prüfer stellten fest, dass die Schüler &#8220;ein weit überdurchschnittliches Bildungsniveau&#8221; erreicht hatten. Um mehr über diese Studie und die beiden Artikel zu erfahren, siehe Die Ergebnisse der Waldorfpädagogik.</span></p>
<h4><strong><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Was sind die Hauptkritikpunkte an den Waldorfschulen?</span></strong></h4>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">Viele Kritiker dieser Schulen argumentieren, dass der Lehrplan zu locker und &#8220;progressiv&#8221; sei und die Schüler daher nicht angemessen gefordert und erzogen würden. Die Kritiker argumentieren, dass die &#8220;kindzentrierte&#8221; Erziehung sich zu sehr auf jedes einzelne Kind konzentriert und damit die Aufmerksamkeit für andere opfert, während dem einen geholfen wird. Dasselbe Argument der &#8220;verschwendeten Zeit&#8221; wurde auch gegen Programme für begabte Kinder und Kinder mit besonderen Bedürfnissen vorgebracht, mit dem Argument, dass sie anderen Kindern Zeit wegnehmen. E. D. Hirsch kritisierte, dass diese Form der individualisierten Aufmerksamkeit oft zu einer &#8220;individuellen Vernachlässigung&#8221; führt (Hirsch, 1987). Viele sind der Meinung, dass die Betonung der Künste von den Grundlagen des Lesens und Rechnens ablenkt. Ohne diese Fähigkeiten werden die quantitativen und analytischen Fähigkeiten der Schüler eingeschränkt. Kritiker sind der Meinung, dass die Kinder nicht angemessen auf standardisierte Tests vorbereitet werden, weil die formelhaften Herausforderungen erst spät in der Oberschule eingeführt werden. Viele sind der Meinung, dass die Bildungskrise auf einen Mangel an Standards und akademischer Strenge zurückzuführen ist.</span></p>
<p><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;">In einer kürzlich erschienenen Kritik an den Waldorfschulen, Plans: People for Legal and Non-Sectarian Schools (Menschen für legale und nicht-sektiererische Schulen) erklärt, dass die Schulen zwar behaupten, nicht-sektiererisch zu sein, in Wirklichkeit aber auf der Religion der Anthroposophie beruhen. Die Kritiker behaupten, dass die Anthroposophie eine Sekte sei und dass die Schüler der Waldorfschulen anfällig für ihre Einflüsse seien. In der Tat wird den Feiertagen viel Aufmerksamkeit gewidmet, sei es Weihnachten oder Michaeli (ein europäisches Fest zu Ehren des Heiligen Michael) oder Hannukah. Aber diese Feiertage gehören nicht zu einer bestimmten Religion, vielmehr wird die Anerkennung der Unterschiede gefördert. Die Feiertage werden als natürlicher Teil der Jahreszeiten und folglich als natürlicher Teil der Welt betrachtet. Rudolf Steiner glaubte, dass Kinder in ihrer Wertschätzung und Ehrfurcht vor dem Leben von Natur aus religiös sind: &#8220;Kleine Kinder, so beobachtete Rudolf Steiner, sind von Natur aus religiös, da sie sich mit der Umwelt identifizieren und glauben, dass alles nachahmenswert ist: mit anderen Worten, alles ist GUT&#8221; (Richards, 1980). Die Waldorfschulen versuchen, durch ihre Aufmerksamkeit für die Religion und das Individuum ein Umfeld zu schaffen, in dem die Kinder diese natürliche Neigung, dass alles &#8220;GUT&#8221; ist, beibehalten. Es gibt jedoch immer noch eine große Angst vor allem, was als &#8220;religiös&#8221; bezeichnet wird, besonders wenn es auf die Erziehung angewendet wird. Diese Kritik ist besonders ausgeprägt, wenn es darum geht, Steiners Techniken in das öffentliche Schulwesen zu integrieren, weil man befürchtet, dass dies die Trennung von Kirche und Staat verletzen würde.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">(aus dem Englischen übersetzt: https://academics.hamilton.edu/Government/dparis/govt375/spring97/Teacher_Training/tt4.html)</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Interview mit Irene Kainz zum Thema Freilernen</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Apr 2022 21:25:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zu diesem Thema habe ich einen Interviewgast eingeladen. Es ist Irene Kainz. Sie ist Mutter]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 14pt; font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;">Zu diesem Thema habe ich einen Interviewgast eingeladen. Es ist Irene Kainz. Sie ist Mutter eines 12jährigen Sohnes, der noch nie eine Schule besucht hat und sie ist Mentorin für Eltern, die sie in ihrem De-Schooling-Prozess begleitet. Irene Kainz hat seit 15 Jahre eine eigene Praxis in ganzheitlicher Körperarbeit.</span></p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=AdRUj45PEwg&amp;feature=emb_imp_woyt" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-184" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/05/YouTube.png" alt="YouTubeVideo" width="800" height="179" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/05/YouTube.png 800w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/05/YouTube-600x134.png 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/05/YouTube-300x67.png 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/05/YouTube-768x172.png 768w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/05/YouTube-640x143.png 640w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/05/YouTube-520x116.png 520w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/05/YouTube-740x166.png 740w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></p>
<p><span style="font-size: 14pt; font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;">Die Kanäle von Irene Kainz</span></p>
<p><span style="font-size: 14pt; font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;">Telegramkanal: <a href="https://t.me/+RbJxdQbW1382MmU0" target="_blank" rel="noopener">https://t.me/+RbJxdQbW1382MmU0</a></span><br />
<span style="font-size: 14pt; font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;">Facebook-Gruppe: Selbstbestimmte Bildung * Deschooling * Unschooling &#8211; <a href="https://www.facebook.com/groups/1024206795137256/" target="_blank" rel="noopener">https://www.facebook.com/groups/1024206795137256/</a></span><br />
<span style="font-size: 14pt; font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;">Facebook-Seite: @kometenpraxis | Persönlicher Trainer &#8211; <a href="https://www.facebook.com/kometenpraxis" target="_blank" rel="noopener">https://www.facebook.com/kometenpraxis</a></span></p>
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		<title>Ein Schulweg jenseits des Üblichen: Wie eine Familie den eigenen Bildungsweg geht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Unser neues Wir]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jan 2022 22:48:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Entscheidung für eine freie Schule war bewusst gefallen, doch mit der Einführung der Corona-Testpflicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><button class="responsivevoice-button" type="button" title="ResponsiveVoice Tap to Start/Stop Speech" data-rvtts-action="speak" data-rvtts-text="Die Entscheidung für eine freie Schule war bewusst gefallen, doch mit der Einführung der Corona-Testpflicht stand eine Mutter plötzlich vor einer grundlegenden Entscheidung. Ihr Sohn, damals in der zweiten Klasse, hatte anfangs noch die Wahlfreiheit. Als die Tests jedoch verpflichtend wurden und der Junge sich gegen einen Test entschied, folgte ein Schulbetretungsverbot. Dies war der Wendepunkt, der dazu führte, dass die Mutter ihr Kind noch vor Ostern 2021 von der Schule nahm. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie mit der pädagogischen Arbeit der Einrichtung äußerst zufrieden gewesen, ein Kontakt, der bis heute positiv und konstruktiv besteht. Die Haltung der freien Schule im Spannungsfeld Interessant ist die Position der Schule selbst. Der Trägerverein und der Vorstand stehen hinter den behördlichen Maßnahmen, obwohl das pädagogische Fundament der Schule eigentlich darauf ausgerichtet ist, dass jede Entscheidung zum Wohle des Kindes getroffen wird. Der Leitgedanke, die Persönlichkeit des Kindes als etwas zu betrachten, das sich frei entfalten soll und nicht formbar ist, schien in diesem Moment mit der Realität der Pandemie-Vorgaben zu kollidieren. Dieser Widerspruch war für die Familie letztlich nicht mehr tragbar. Vom Schulmaterial zum Freilernen: Ein neuer Alltag entsteht Nach dem Ausscheiden aus der Schule erhielt die Mutter zunächst weiterhin Unterrichtsmaterial, da zu diesem Zeitpunkt keine Präsenzpflicht bestand. Mit der Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht endete jedoch auch diese Unterstützung. Anstatt nun klassischen Homeschooling-Betrieb mit festem Stundenplan zu etablieren, entschied sich die Familie für das sogenannte Freilernen. Dieses Konzept, das der Philosophie der freien Schule sehr nahesteht, überträgt die Entscheidungsfreiheit der Kinder auf das Lernen zu Hause. Die Mutter versteht sich dabei weniger als Lehrerin, sondern vielmehr als Begleiterin, die die natürlichen Lernfortschritte ihres Sohnes beobachtet und darauf aufbauend Impulse setzt. Sie knüpft an seinen aktuellen Interessen und seinem Wissensstand an. Ein zentraler und manchmal herausfordernder Grundsatz ist es, akzeptieren zu müssen, wenn das Kind signalisiert, dass es genug gelernt hat. Dieser Verzicht auf Leistungsdruck war schließlich einer der Hauptgründe für die ursprüngliche Anmeldung an der freien Schule gewesen. Ein typischer Tag beim Freilernen Der Alltag zu Hause ist bewusst nicht durch klingelnde Schulklingeln strukturiert. Gegen acht Uhr, wenn der kleine Bruder in den Waldkindergarten gebracht wird, beginnt für den Sohn eine ruhige Lernphase. Er liest vielleicht in einem Buch oder beschäftigt sich mit Rechenaufgaben. Aktuell sind Was-ist-Was-Tonies über Dinosaurier seine große Leidenschaft. Wenn die Mutter gegen halb neun zurückkommt, startet die gemeinsame Zeit, die dem Lernen gewidmet ist. Wie in der freien Schule üblich, werden alle Aktivitäten und Fortschritte dokumentiert. Aus diesen Aufzeichnungen werden dann neue, kindgerechte Ziele abgeleitet – in diesem Jahr ist das große Ziel, lesen zu lernen. Soziale Kontakte und kreative Lösungen Anfangs litten die sozialen Kontakte des Jungen unter der neuen Situation. Durch die Eigeninitiative der Eltern und den Austausch mit anderen Familien entstanden jedoch schnell kleine, inoffizielle Lerngruppen. Diese setzen sich sowohl aus Kindern zusammen, die zu Hause unterrichtet werden, als auch aus solchen, die reguläre Schulen besuchen. Durch den engen Kontakt zur Gruppenleiterin der freien Schule erhält die Mutter sogar spezielles Lernmaterial für diese Treffen. Der Vorteil der kleinen Gruppen liegt auf der Hand: Konflikte können schneller und direkter gelöst werden, und die Betreuung ist sehr intensiv. Lernen, wenn es passt: Die Flexibilität des Freilernens Ein zentrales Merkmal dieses Lebens- und Lernmodells ist die immense Flexibilität. Ein strikter Lehrplan ist nicht vorgesehen. Wenn der Sohn zwei Wochen lang leidenschaftlich gern Hanpan, ein Tastinstrument, spielen möchte, wird daraus kurzerhand der Musikunterricht. Es werden dann die einzelnen Töne erkannt und benannt, die Tonleiter geübt und das Notenlesen spielerisch erlernt. Auf diese Weise verschwimmen die Grenzen zwischen Spielen und Lernen auf natürliche Weise. Auch die Mutter findet in diesem flexiblen Rahmen ihre eigenen Freiräume, die sich von Tag zu Tag individuell gestalten. Die Familie hat sich für einen Bildungsweg entschieden, der konsequent die Bedürfnisse und den Rhythmus des Kindes in den Mittelpunkt stellt." data-rvtts-voice="Deutsch Female" data-rvtts-brand-url="https://responsivevoice.org/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by" data-rvtts-brand-label="Powered by ResponsiveVoice"><svg class="rvtts-icon" width="22" height="22" viewBox="0 0 22 22" fill="currentColor" aria-hidden="true" focusable="false"><path fill-rule="evenodd" clip-rule="evenodd" d="M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z"/></svg><span class="responsivevoice-button__label">Listen to this</span></button></br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung für eine freie Schule war bewusst gefallen, doch mit der Einführung der Corona-Testpflicht stand eine Mutter plötzlich vor einer grundlegenden Entscheidung. Ihr Sohn, damals in der zweiten Klasse, hatte anfangs noch die Wahlfreiheit. Als die Tests jedoch verpflichtend wurden und der Junge sich gegen einen Test entschied, folgte ein Schulbetretungsverbot. Dies war der Wendepunkt, der dazu führte, dass die Mutter ihr Kind noch vor Ostern 2021 von der Schule nahm. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie mit der pädagogischen Arbeit der Einrichtung äußerst zufrieden gewesen, ein Kontakt, der bis heute positiv und konstruktiv besteht.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die Haltung der freien Schule im Spannungsfeld</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Interessant ist die Position der Schule selbst. Der Trägerverein und der Vorstand stehen hinter den behördlichen Maßnahmen, obwohl das pädagogische Fundament der Schule eigentlich darauf ausgerichtet ist, dass jede Entscheidung zum Wohle des Kindes getroffen wird. Der Leitgedanke, die Persönlichkeit des Kindes als etwas zu betrachten, das sich frei entfalten soll und nicht formbar ist, schien in diesem Moment mit der Realität der Pandemie-Vorgaben zu kollidieren. Dieser Widerspruch war für die Familie letztlich nicht mehr tragbar.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="1920" height="1279" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05.jpg" alt="Kind" class="wp-image-430" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05.jpg 1920w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-600x400.jpg 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-300x200.jpg 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-1024x682.jpg 1024w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-768x512.jpg 768w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-1536x1023.jpg 1536w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-640x426.jpg 640w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-390x260.jpg 390w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-520x346.jpg 520w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-740x493.jpg 740w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></figure>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Vom Schulmaterial zum Freilernen: Ein neuer Alltag entsteht</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ausscheiden aus der Schule erhielt die Mutter zunächst weiterhin Unterrichtsmaterial, da zu diesem Zeitpunkt keine Präsenzpflicht bestand. Mit der Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht endete jedoch auch diese Unterstützung. Anstatt nun klassischen Homeschooling-Betrieb mit festem Stundenplan zu etablieren, entschied sich die Familie für das sogenannte Freilernen. Dieses Konzept, das der Philosophie der freien Schule sehr nahesteht, überträgt die Entscheidungsfreiheit der Kinder auf das Lernen zu Hause.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mutter versteht sich dabei weniger als Lehrerin, sondern vielmehr als Begleiterin, die die natürlichen Lernfortschritte ihres Sohnes beobachtet und darauf aufbauend Impulse setzt. Sie knüpft an seinen aktuellen Interessen und seinem Wissensstand an. Ein zentraler und manchmal herausfordernder Grundsatz ist es, akzeptieren zu müssen, wenn das Kind signalisiert, dass es genug gelernt hat. Dieser Verzicht auf Leistungsdruck war schließlich einer der Hauptgründe für die ursprüngliche Anmeldung an der freien Schule gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein typischer Tag beim Freilernen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Alltag zu Hause ist bewusst nicht durch klingelnde Schulklingeln strukturiert. Gegen acht Uhr, wenn der kleine Bruder in den Waldkindergarten gebracht wird, beginnt für den Sohn eine ruhige Lernphase. Er liest vielleicht in einem Buch oder beschäftigt sich mit Rechenaufgaben. Aktuell sind Was-ist-Was-Tonies über Dinosaurier seine große Leidenschaft. Wenn die Mutter gegen halb neun zurückkommt, startet die gemeinsame Zeit, die dem Lernen gewidmet ist. Wie in der freien Schule üblich, werden alle Aktivitäten und Fortschritte dokumentiert. Aus diesen Aufzeichnungen werden dann neue, kindgerechte Ziele abgeleitet – in diesem Jahr ist das große Ziel, lesen zu lernen.<span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"></span></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="1920" height="1280" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06.jpg" alt="Kind" class="wp-image-428" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06.jpg 1920w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-600x400.jpg 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-300x200.jpg 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-1024x683.jpg 1024w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-768x512.jpg 768w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-640x427.jpg 640w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-390x260.jpg 390w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-520x347.jpg 520w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-740x493.jpg 740w" sizes="auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></figure>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Soziale Kontakte und kreative Lösungen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Anfangs litten die sozialen Kontakte des Jungen unter der neuen Situation. Durch die Eigeninitiative der Eltern und den Austausch mit anderen Familien entstanden jedoch schnell kleine, inoffizielle Lerngruppen. Diese setzen sich sowohl aus Kindern zusammen, die zu Hause unterrichtet werden, als auch aus solchen, die reguläre Schulen besuchen. Durch den engen Kontakt zur Gruppenleiterin der freien Schule erhält die Mutter sogar spezielles Lernmaterial für diese Treffen. Der Vorteil der kleinen Gruppen liegt auf der Hand: Konflikte können schneller und direkter gelöst werden, und die Betreuung ist sehr intensiv.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Lernen, wenn es passt: Die Flexibilität des Freilernens</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentrales Merkmal dieses Lebens- und Lernmodells ist die immense Flexibilität. Ein strikter Lehrplan ist nicht vorgesehen. Wenn der Sohn zwei Wochen lang leidenschaftlich gern Hanpan, ein Tastinstrument, spielen möchte, wird daraus kurzerhand der Musikunterricht. Es werden dann die einzelnen Töne erkannt und benannt, die Tonleiter geübt und das Notenlesen spielerisch erlernt. Auf diese Weise verschwimmen die Grenzen zwischen Spielen und Lernen auf natürliche Weise. Auch die Mutter findet in diesem flexiblen Rahmen ihre eigenen Freiräume, die sich von Tag zu Tag individuell gestalten. Die Familie hat sich für einen Bildungsweg entschieden, der konsequent die Bedürfnisse und den Rhythmus des Kindes in den Mittelpunkt stellt.<span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"></span></p>
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		<title>Freie Schule Köln – Lernen in Gemeinschaft und Eigenverantwortung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Unser neues Wir]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Nov 2021 17:07:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Individueller Bildungsweg in der Sekundarstufe I Die Freie Schule Köln ist eine staatlich anerkannte Gesamtschule]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><button class="responsivevoice-button" type="button" title="ResponsiveVoice Tap to Start/Stop Speech" data-rvtts-action="speak" data-rvtts-text="Individueller Bildungsweg in der Sekundarstufe I Die Freie Schule Köln ist eine staatlich anerkannte Gesamtschule der Sekundarstufe I. Kinder können nach der Grundschule unabhängig von einer Empfehlung aufgenommen werden. Der Bildungsweg beginnt in der 5. Klasse und endet nach der 10. Jahrgangsstufe. Am Ende der 9. Klasse wird gemeinsam entschieden, welcher Abschluss der richtige ist: Hauptschulabschluss, Mittlerer Schulabschluss oder die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe. Alle Abschlüsse entsprechen den Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen und werden durch zentrale Prüfungen gesichert. Mit nur einer Klasse pro Jahrgang und einer maximalen Größe von 22 Schülerinnen und Schülern bietet die Schule eine sehr persönliche Lernatmosphäre. Insgesamt umfasst die Gemeinschaft rund 130 Kinder und Jugendliche. Kleine Klassen, großer Zusammenhalt Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 versteht sich die Freie Schule Köln als Lernort, an dem die individuellen Stärken und Interessen im Mittelpunkt stehen. Kleine Klassen ermöglichen persönliche Förderung, während Teamarbeit und Freude an Kreativität gezielt gestärkt werden. Respektvolles Miteinander, Verantwortungsbewusstsein und das aktive Einbringen eigener Ideen prägen den Schulalltag. Die Schule arbeitet in gemeinnütziger Trägerschaft und wird durch einen Verein getragen, bei dem Eltern und Lehrkräfte eng zusammenwirken. Entscheidungen werden gemeinschaftlich getroffen, was die enge Bindung zwischen Schülern, Eltern und Lehrern noch verstärkt. Aufnahmeverfahren und Anmeldung Jährlich werden 22 Kinder für die 5. Klasse aufgenommen. Dabei achtet die Schule auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen verschiedenen Leistungsniveaus sowie zwischen Jungen und Mädchen. Auch Quereinsteiger können bei freien Plätzen aufgenommen werden. Vor einer Bewerbung empfiehlt sich der Besuch eines Infoabends oder des Tages der offenen Tür, bei dem Eltern und Kinder Einblicke in den Unterricht und die Schulgemeinschaft erhalten. Anmeldungen erfolgen über ein Formular, ergänzt durch Zeugnisse und ein persönliches Gespräch. Ganztagsschule mit Struktur und Freiraum Der Unterricht ist als Ganztagsangebot organisiert. Schultage beginnen um 8:15 Uhr und enden je nach Wochentag um 13:00 oder 15:15 Uhr. Anstelle klassischer 45-Minuten-Einheiten wird in längeren Blöcken von 75 Minuten gearbeitet, um konzentriertes Lernen zu ermöglichen. Auch die Verpflegung ist Teil des Konzepts: Ein eigenes Küchenteam bietet Frühstück sowie ein frisch gekochtes Mittagessen an, das zu rund 70 Prozent aus biologischen Lebensmitteln besteht. Vegetarische, vegane und glutenfreie Optionen sind fester Bestandteil. Ein besonderes Highlight ist das wöchentliche Kochprojekt, bei dem Schülerinnen und Schüler das Mittagessen für alle vorbereiten. Lernen ohne Druck – mit späterer Leistungsbewertung In den ersten Jahren verzichtet die Schule auf Noten. Stattdessen erhalten die Kinder ausführliche Rückmeldungen in Form von Lerndokumentationen, Logbüchern und regelmäßigen Gesprächen. Erst ab der 8. Klasse werden Noten eingeführt, um die Jugendlichen gezielt auf ihre Abschlussprüfungen vorzubereiten. Neben dem klassischen Fachunterricht gibt es Wahlfächer, Übungsstunden und jahrgangsübergreifende Kurse. Hausaufgaben können in den unteren Klassen direkt in der Schule erledigt werden. So bleibt mehr Raum für Freizeit und familiäres Leben. Projektorientierter Unterricht und kreative Schwerpunkte Ein zentrales Merkmal der Freien Schule Köln ist die Projektarbeit. Jeden Mittwoch nehmen sich die Schülerinnen und Schüler zwei bis drei Stunden Zeit für fächerübergreifende Projekte, die selbst gewählt werden können. Ob Theater, Naturerkundung, Medien oder handwerkliche Arbeiten – die Palette ist breit. Regelmäßige Präsentationen machen die Ergebnisse für Eltern und Mitschüler sichtbar. Besonderes Gewicht liegt auf den Theaterprojekten, die ab Klasse 5 beginnen und in einer großen Abschlussaufführung der 10. Klasse gipfeln. Diese Erfahrungen stärken Ausdrucksfähigkeit, Selbstbewusstsein und Teamgeist. Demokratie im Schulalltag Mitbestimmung ist fest in den Alltag integriert. Wöchentliche Schulversammlungen geben Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Vorschläge einzubringen, Kritik zu äußern oder gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Auch in der Schulkonferenz sind alle Klassen vertreten – jeweils durch ein Kind und ein Elternteil. Auf diese Weise wird ein demokratisches Miteinander gelebt, das weit über den Unterricht hinausgeht. Geschichte und Entwicklung Die Wurzeln der Schule reichen bis 1986 zurück, als ein Verein mit dem Ziel gegründet wurde, eine alternative Schulform in Köln zu schaffen. 1990 startete der Unterricht in kleinem Rahmen, zunächst noch ohne offizielle Anerkennung. Nach einer Phase intensiver Auseinandersetzungen mit Behörden konnte die Schule 1995 offiziell den Betrieb aufnehmen. Seither haben über 450 Jugendliche hier ihren Schulabschluss erworben – ein Beleg für die nachhaltige Entwicklung der Schule. Hier geht&#039;s zur Internetseite." data-rvtts-voice="Deutsch Female" data-rvtts-brand-url="https://responsivevoice.org/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by" data-rvtts-brand-label="Powered by ResponsiveVoice"><svg class="rvtts-icon" width="22" height="22" viewBox="0 0 22 22" fill="currentColor" aria-hidden="true" focusable="false"><path fill-rule="evenodd" clip-rule="evenodd" d="M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z"/></svg><span class="responsivevoice-button__label">Listen to this</span></button></br></p>



<h4 class="wp-block-heading">Individueller Bildungsweg in der Sekundarstufe I</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Freie Schule Köln ist eine staatlich anerkannte Gesamtschule der Sekundarstufe I. Kinder können nach der Grundschule unabhängig von einer Empfehlung aufgenommen werden. Der Bildungsweg beginnt in der 5. Klasse und endet nach der 10. Jahrgangsstufe. Am Ende der 9. Klasse wird gemeinsam entschieden, welcher Abschluss der richtige ist: Hauptschulabschluss, Mittlerer Schulabschluss oder die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe. Alle Abschlüsse entsprechen den Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen und werden durch zentrale Prüfungen gesichert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit nur einer Klasse pro Jahrgang und einer maximalen Größe von 22 Schülerinnen und Schülern bietet die Schule eine sehr persönliche Lernatmosphäre. Insgesamt umfasst die Gemeinschaft rund 130 Kinder und Jugendliche.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kleine Klassen, großer Zusammenhalt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 versteht sich die Freie Schule Köln als Lernort, an dem die individuellen Stärken und Interessen im Mittelpunkt stehen. Kleine Klassen ermöglichen persönliche Förderung, während Teamarbeit und Freude an Kreativität gezielt gestärkt werden. Respektvolles Miteinander, Verantwortungsbewusstsein und das aktive Einbringen eigener Ideen prägen den Schulalltag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schule arbeitet in gemeinnütziger Trägerschaft und wird durch einen Verein getragen, bei dem Eltern und Lehrkräfte eng zusammenwirken. Entscheidungen werden gemeinschaftlich getroffen, was die enge Bindung zwischen Schülern, Eltern und Lehrern noch verstärkt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aufnahmeverfahren und Anmeldung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Jährlich werden 22 Kinder für die 5. Klasse aufgenommen. Dabei achtet die Schule auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen verschiedenen Leistungsniveaus sowie zwischen Jungen und Mädchen. Auch Quereinsteiger können bei freien Plätzen aufgenommen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einer Bewerbung empfiehlt sich der Besuch eines Infoabends oder des Tages der offenen Tür, bei dem Eltern und Kinder Einblicke in den Unterricht und die Schulgemeinschaft erhalten. Anmeldungen erfolgen über ein Formular, ergänzt durch Zeugnisse und ein persönliches Gespräch.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ganztagsschule mit Struktur und Freiraum</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Unterricht ist als Ganztagsangebot organisiert. Schultage beginnen um 8:15 Uhr und enden je nach Wochentag um 13:00 oder 15:15 Uhr. Anstelle klassischer 45-Minuten-Einheiten wird in längeren Blöcken von 75 Minuten gearbeitet, um konzentriertes Lernen zu ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Verpflegung ist Teil des Konzepts: Ein eigenes Küchenteam bietet Frühstück sowie ein frisch gekochtes Mittagessen an, das zu rund 70 Prozent aus biologischen Lebensmitteln besteht. Vegetarische, vegane und glutenfreie Optionen sind fester Bestandteil. Ein besonderes Highlight ist das wöchentliche Kochprojekt, bei dem Schülerinnen und Schüler das Mittagessen für alle vorbereiten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Lernen ohne Druck – mit späterer Leistungsbewertung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In den ersten Jahren verzichtet die Schule auf Noten. Stattdessen erhalten die Kinder ausführliche Rückmeldungen in Form von Lerndokumentationen, Logbüchern und regelmäßigen Gesprächen. Erst ab der 8. Klasse werden Noten eingeführt, um die Jugendlichen gezielt auf ihre Abschlussprüfungen vorzubereiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem klassischen Fachunterricht gibt es Wahlfächer, Übungsstunden und jahrgangsübergreifende Kurse. Hausaufgaben können in den unteren Klassen direkt in der Schule erledigt werden. So bleibt mehr Raum für Freizeit und familiäres Leben.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Projektorientierter Unterricht und kreative Schwerpunkte</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentrales Merkmal der Freien Schule Köln ist die Projektarbeit. Jeden Mittwoch nehmen sich die Schülerinnen und Schüler zwei bis drei Stunden Zeit für fächerübergreifende Projekte, die selbst gewählt werden können. Ob Theater, Naturerkundung, Medien oder handwerkliche Arbeiten – die Palette ist breit. Regelmäßige Präsentationen machen die Ergebnisse für Eltern und Mitschüler sichtbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonderes Gewicht liegt auf den Theaterprojekten, die ab Klasse 5 beginnen und in einer großen Abschlussaufführung der 10. Klasse gipfeln. Diese Erfahrungen stärken Ausdrucksfähigkeit, Selbstbewusstsein und Teamgeist.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Demokratie im Schulalltag</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Mitbestimmung ist fest in den Alltag integriert. Wöchentliche Schulversammlungen geben Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Vorschläge einzubringen, Kritik zu äußern oder gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Auch in der Schulkonferenz sind alle Klassen vertreten – jeweils durch ein Kind und ein Elternteil. Auf diese Weise wird ein demokratisches Miteinander gelebt, das weit über den Unterricht hinausgeht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Geschichte und Entwicklung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wurzeln der Schule reichen bis 1986 zurück, als ein Verein mit dem Ziel gegründet wurde, eine alternative Schulform in Köln zu schaffen. 1990 startete der Unterricht in kleinem Rahmen, zunächst noch ohne offizielle Anerkennung. Nach einer Phase intensiver Auseinandersetzungen mit Behörden konnte die Schule 1995 offiziell den Betrieb aufnehmen. Seither haben über 450 Jugendliche hier ihren Schulabschluss erworben – ein Beleg für die nachhaltige Entwicklung der Schule.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.freie-schule-koeln.de" target="_blank" aria-label="Hier geht's zur Internetseite. (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener" class="ek-link">Hier geht&#8217;s zur Internetseite.</a></p>



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