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	<title>Kindeswohl &#8211; Unser neues Wir</title>
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		<title>Der Irrglaube vom „Besten für andere“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Unser neues Wir]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2026 11:13:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wenn gute Absichten das Gegenteil bewirken Viele Eltern sind fest davon überzeugt, eine gute Mutter]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><button class="responsivevoice-button" type="button" title="ResponsiveVoice Tap to Start/Stop Speech" data-rvtts-action="speak" data-rvtts-text="Wenn gute Absichten das Gegenteil bewirken Viele Eltern sind fest davon überzeugt, eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein, wenn sie sich mit aller Kraft für das Wohl ihrer Kinder einsetzen. Sie möchten nur das Beste für den Nachwuchs. Doch genau dieser vermeintlich richtige Ansatz führt oft zu völlig unerwünschten Ergebnissen. Warum das Beste-Wollen problematisch ist Wer für einen anderen Menschen das Beste erreichen möchte, trifft in der Regel Entscheidungen über dessen Kopf hinweg. Es entstehen Regeln, Erwartungen und Vorgaben, die der andere erfüllen muss. Die Annahme dahinter ist, dass man selbst genau weiß, was für den anderen richtig ist. Diese Überzeugung speist sich aus der eigenen Erfahrung und Lebensperspektive – mit dem Trugschluss, dass Lebenszeit automatisch zu Weisheit führt. Genau hier liegt das eigentliche Problem. Dieses Verhalten ist weit weniger harmlos, als es auf den ersten Blick scheint. Es nimmt dem Gegenüber die Würde und macht ihn zum Objekt der eigenen Vorstellungen. Respektlose Übergriffigkeit Für jemanden etwas zu wollen, ohne sich anzuhören, welche Interessen, Träume, Ideen oder Visionen diese Person tatsächlich hat, ist respektlos und übergriffig. Dieses Vorgehen ist kaum zu rechtfertigen. Es beraubt den Menschen seiner Freiheit, seiner Einzigartigkeit und der Chance, sich selbst zu entdecken. Eigene Potenziale bleiben ungenutzt, Selbstwirksamkeit kann nicht erfahren werden. Die versteckte Botschaft an Kinder Kinder, die in einem Umfeld aufwachsen, in dem jemand ständig das Beste für sie will, bekommen eine ganz bestimmte Botschaft vermittelt. Sie dürfen nicht mitreden, keine eigenen Entscheidungen treffen – auch keine falschen – und keine eigenen Erfahrungen sammeln. Was bleibt, ist ein einziger, verheerender Glaubenssatz: Ich bin es nicht wert. Nicht wert, ernst genommen, respektiert, wertgeschätzt oder geliebt zu werden. Die Bedingung, die diesen Kindern mitgegeben wird, lautet: Du musst erst etwas leisten, dich anpassen, zurückstecken, verstecken oder regulieren, um Anerkennung und Liebe zu erfahren. Die Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl Ein Blick in die Gesellschaft zeigt, wie tief diese Prägungen sitzen. Wie viele Menschen sind sich wirklich sicher, wer sie sind, was sie können und was sie lieben? Wie viele lieben sich selbst – nicht für das, was sie leisten, welche Zertifikate sie besitzen oder wofür sie gelobt werden, sondern einfach dafür, dass sie existieren? Ein neuer Weg für die Begleitung junger Menschen Wenn die heutige Generation junger Menschen wirklich dabei unterstützt werden soll, alles im Leben erreichen zu können, ist ein Umdenken nötig. Es gilt, aufzuhören, das Beste für sie zu wollen. Stattdessen sollte damit begonnen werden, sich selbst wertzuschätzen und dies vorzuleben. Vorbilder zeigen, dass alles möglich ist. Sie leben vor, was es heißt, an sich zu glauben, Träume zu verwirklichen, mit Rückschlägen umzugehen, Konflikte zu lösen, Durchhaltevermögen zu zeigen und Respekt zu praktizieren – statt nur darüber zu reden. Taten zählen mehr als Worte Junge Menschen werden am Ende nicht auf die Worte hören, sondern die Taten sehen und nachahmen. Erfolg entsteht nicht durch das ständige Beste-Wollen für andere, sondern durch das authentische Vorleben dessen, was wirklich zählt. Und das kann letztlich jeder nur für sich selbst tun. Die Aufgabe besteht darin, das Vorbild zu sein, das man sich für sich selbst wünscht." data-rvtts-voice="Deutsch Female" data-rvtts-brand-url="https://responsivevoice.org/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by" data-rvtts-brand-label="Powered by ResponsiveVoice"><svg class="rvtts-icon" width="22" height="22" viewBox="0 0 22 22" fill="currentColor" aria-hidden="true" focusable="false"><path fill-rule="evenodd" clip-rule="evenodd" d="M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z"/></svg><span class="responsivevoice-button__label">Listen to this</span></button></br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn gute Absichten das Gegenteil bewirken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Eltern sind fest davon überzeugt, eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein, wenn sie sich mit aller Kraft für das Wohl ihrer Kinder einsetzen. Sie möchten nur das Beste für den Nachwuchs. Doch genau dieser vermeintlich richtige Ansatz führt oft zu völlig unerwünschten Ergebnissen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das Beste-Wollen problematisch ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer für einen anderen Menschen das Beste erreichen möchte, trifft in der Regel Entscheidungen über dessen Kopf hinweg. Es entstehen Regeln, Erwartungen und Vorgaben, die der andere erfüllen muss. Die Annahme dahinter ist, dass man selbst genau weiß, was für den anderen richtig ist. Diese Überzeugung speist sich aus der eigenen Erfahrung und Lebensperspektive – mit dem Trugschluss, dass Lebenszeit automatisch zu Weisheit führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau hier liegt das eigentliche Problem. Dieses Verhalten ist weit weniger harmlos, als es auf den ersten Blick scheint. Es nimmt dem Gegenüber die Würde und macht ihn zum Objekt der eigenen Vorstellungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Respektlose Übergriffigkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für jemanden etwas zu wollen, ohne sich anzuhören, welche Interessen, Träume, Ideen oder Visionen diese Person tatsächlich hat, ist respektlos und übergriffig. Dieses Vorgehen ist kaum zu rechtfertigen. Es beraubt den Menschen seiner Freiheit, seiner Einzigartigkeit und der Chance, sich selbst zu entdecken. Eigene Potenziale bleiben ungenutzt, Selbstwirksamkeit kann nicht erfahren werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die versteckte Botschaft an Kinder</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kinder, die in einem Umfeld aufwachsen, in dem jemand ständig das Beste für sie will, bekommen eine ganz bestimmte Botschaft vermittelt. Sie dürfen nicht mitreden, keine eigenen Entscheidungen treffen – auch keine falschen – und keine eigenen Erfahrungen sammeln. Was bleibt, ist ein einziger, verheerender Glaubenssatz: Ich bin es nicht wert. Nicht wert, ernst genommen, respektiert, wertgeschätzt oder geliebt zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bedingung, die diesen Kindern mitgegeben wird, lautet: Du musst erst etwas leisten, dich anpassen, zurückstecken, verstecken oder regulieren, um Anerkennung und Liebe zu erfahren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Blick in die Gesellschaft zeigt, wie tief diese Prägungen sitzen. Wie viele Menschen sind sich wirklich sicher, wer sie sind, was sie können und was sie lieben? Wie viele lieben sich selbst – nicht für das, was sie leisten, welche Zertifikate sie besitzen oder wofür sie gelobt werden, sondern einfach dafür, dass sie existieren?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein neuer Weg für die Begleitung junger Menschen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die heutige Generation junger Menschen wirklich dabei unterstützt werden soll, alles im Leben erreichen zu können, ist ein Umdenken nötig. Es gilt, aufzuhören, das Beste für sie zu wollen. Stattdessen sollte damit begonnen werden, sich selbst wertzuschätzen und dies vorzuleben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorbilder zeigen, dass alles möglich ist. Sie leben vor, was es heißt, an sich zu glauben, Träume zu verwirklichen, mit Rückschlägen umzugehen, Konflikte zu lösen, Durchhaltevermögen zu zeigen und Respekt zu praktizieren – statt nur darüber zu reden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Taten zählen mehr als Worte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Junge Menschen werden am Ende nicht auf die Worte hören, sondern die Taten sehen und nachahmen. Erfolg entsteht nicht durch das ständige Beste-Wollen für andere, sondern durch das authentische Vorleben dessen, was wirklich zählt. Und das kann letztlich jeder nur für sich selbst tun. Die Aufgabe besteht darin, das Vorbild zu sein, das man sich für sich selbst wünscht.</p>
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		<title>Ein Schulweg jenseits des Üblichen: Wie eine Familie den eigenen Bildungsweg geht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Unser neues Wir]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jan 2022 22:48:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Entscheidung für eine freie Schule war bewusst gefallen, doch mit der Einführung der Corona-Testpflicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><button class="responsivevoice-button" type="button" title="ResponsiveVoice Tap to Start/Stop Speech" data-rvtts-action="speak" data-rvtts-text="Die Entscheidung für eine freie Schule war bewusst gefallen, doch mit der Einführung der Corona-Testpflicht stand eine Mutter plötzlich vor einer grundlegenden Entscheidung. Ihr Sohn, damals in der zweiten Klasse, hatte anfangs noch die Wahlfreiheit. Als die Tests jedoch verpflichtend wurden und der Junge sich gegen einen Test entschied, folgte ein Schulbetretungsverbot. Dies war der Wendepunkt, der dazu führte, dass die Mutter ihr Kind noch vor Ostern 2021 von der Schule nahm. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie mit der pädagogischen Arbeit der Einrichtung äußerst zufrieden gewesen, ein Kontakt, der bis heute positiv und konstruktiv besteht. Die Haltung der freien Schule im Spannungsfeld Interessant ist die Position der Schule selbst. Der Trägerverein und der Vorstand stehen hinter den behördlichen Maßnahmen, obwohl das pädagogische Fundament der Schule eigentlich darauf ausgerichtet ist, dass jede Entscheidung zum Wohle des Kindes getroffen wird. Der Leitgedanke, die Persönlichkeit des Kindes als etwas zu betrachten, das sich frei entfalten soll und nicht formbar ist, schien in diesem Moment mit der Realität der Pandemie-Vorgaben zu kollidieren. Dieser Widerspruch war für die Familie letztlich nicht mehr tragbar. Vom Schulmaterial zum Freilernen: Ein neuer Alltag entsteht Nach dem Ausscheiden aus der Schule erhielt die Mutter zunächst weiterhin Unterrichtsmaterial, da zu diesem Zeitpunkt keine Präsenzpflicht bestand. Mit der Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht endete jedoch auch diese Unterstützung. Anstatt nun klassischen Homeschooling-Betrieb mit festem Stundenplan zu etablieren, entschied sich die Familie für das sogenannte Freilernen. Dieses Konzept, das der Philosophie der freien Schule sehr nahesteht, überträgt die Entscheidungsfreiheit der Kinder auf das Lernen zu Hause. Die Mutter versteht sich dabei weniger als Lehrerin, sondern vielmehr als Begleiterin, die die natürlichen Lernfortschritte ihres Sohnes beobachtet und darauf aufbauend Impulse setzt. Sie knüpft an seinen aktuellen Interessen und seinem Wissensstand an. Ein zentraler und manchmal herausfordernder Grundsatz ist es, akzeptieren zu müssen, wenn das Kind signalisiert, dass es genug gelernt hat. Dieser Verzicht auf Leistungsdruck war schließlich einer der Hauptgründe für die ursprüngliche Anmeldung an der freien Schule gewesen. Ein typischer Tag beim Freilernen Der Alltag zu Hause ist bewusst nicht durch klingelnde Schulklingeln strukturiert. Gegen acht Uhr, wenn der kleine Bruder in den Waldkindergarten gebracht wird, beginnt für den Sohn eine ruhige Lernphase. Er liest vielleicht in einem Buch oder beschäftigt sich mit Rechenaufgaben. Aktuell sind Was-ist-Was-Tonies über Dinosaurier seine große Leidenschaft. Wenn die Mutter gegen halb neun zurückkommt, startet die gemeinsame Zeit, die dem Lernen gewidmet ist. Wie in der freien Schule üblich, werden alle Aktivitäten und Fortschritte dokumentiert. Aus diesen Aufzeichnungen werden dann neue, kindgerechte Ziele abgeleitet – in diesem Jahr ist das große Ziel, lesen zu lernen. Soziale Kontakte und kreative Lösungen Anfangs litten die sozialen Kontakte des Jungen unter der neuen Situation. Durch die Eigeninitiative der Eltern und den Austausch mit anderen Familien entstanden jedoch schnell kleine, inoffizielle Lerngruppen. Diese setzen sich sowohl aus Kindern zusammen, die zu Hause unterrichtet werden, als auch aus solchen, die reguläre Schulen besuchen. Durch den engen Kontakt zur Gruppenleiterin der freien Schule erhält die Mutter sogar spezielles Lernmaterial für diese Treffen. Der Vorteil der kleinen Gruppen liegt auf der Hand: Konflikte können schneller und direkter gelöst werden, und die Betreuung ist sehr intensiv. Lernen, wenn es passt: Die Flexibilität des Freilernens Ein zentrales Merkmal dieses Lebens- und Lernmodells ist die immense Flexibilität. Ein strikter Lehrplan ist nicht vorgesehen. Wenn der Sohn zwei Wochen lang leidenschaftlich gern Hanpan, ein Tastinstrument, spielen möchte, wird daraus kurzerhand der Musikunterricht. Es werden dann die einzelnen Töne erkannt und benannt, die Tonleiter geübt und das Notenlesen spielerisch erlernt. Auf diese Weise verschwimmen die Grenzen zwischen Spielen und Lernen auf natürliche Weise. Auch die Mutter findet in diesem flexiblen Rahmen ihre eigenen Freiräume, die sich von Tag zu Tag individuell gestalten. Die Familie hat sich für einen Bildungsweg entschieden, der konsequent die Bedürfnisse und den Rhythmus des Kindes in den Mittelpunkt stellt." data-rvtts-voice="Deutsch Female" data-rvtts-brand-url="https://responsivevoice.org/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by" data-rvtts-brand-label="Powered by ResponsiveVoice"><svg class="rvtts-icon" width="22" height="22" viewBox="0 0 22 22" fill="currentColor" aria-hidden="true" focusable="false"><path fill-rule="evenodd" clip-rule="evenodd" d="M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z"/></svg><span class="responsivevoice-button__label">Listen to this</span></button></br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung für eine freie Schule war bewusst gefallen, doch mit der Einführung der Corona-Testpflicht stand eine Mutter plötzlich vor einer grundlegenden Entscheidung. Ihr Sohn, damals in der zweiten Klasse, hatte anfangs noch die Wahlfreiheit. Als die Tests jedoch verpflichtend wurden und der Junge sich gegen einen Test entschied, folgte ein Schulbetretungsverbot. Dies war der Wendepunkt, der dazu führte, dass die Mutter ihr Kind noch vor Ostern 2021 von der Schule nahm. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie mit der pädagogischen Arbeit der Einrichtung äußerst zufrieden gewesen, ein Kontakt, der bis heute positiv und konstruktiv besteht.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die Haltung der freien Schule im Spannungsfeld</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Interessant ist die Position der Schule selbst. Der Trägerverein und der Vorstand stehen hinter den behördlichen Maßnahmen, obwohl das pädagogische Fundament der Schule eigentlich darauf ausgerichtet ist, dass jede Entscheidung zum Wohle des Kindes getroffen wird. Der Leitgedanke, die Persönlichkeit des Kindes als etwas zu betrachten, das sich frei entfalten soll und nicht formbar ist, schien in diesem Moment mit der Realität der Pandemie-Vorgaben zu kollidieren. Dieser Widerspruch war für die Familie letztlich nicht mehr tragbar.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1920" height="1279" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05.jpg" alt="Kind" class="wp-image-430" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05.jpg 1920w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-600x400.jpg 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-300x200.jpg 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-1024x682.jpg 1024w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-768x512.jpg 768w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-1536x1023.jpg 1536w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-640x426.jpg 640w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-390x260.jpg 390w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-520x346.jpg 520w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-740x493.jpg 740w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></figure>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Vom Schulmaterial zum Freilernen: Ein neuer Alltag entsteht</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ausscheiden aus der Schule erhielt die Mutter zunächst weiterhin Unterrichtsmaterial, da zu diesem Zeitpunkt keine Präsenzpflicht bestand. Mit der Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht endete jedoch auch diese Unterstützung. Anstatt nun klassischen Homeschooling-Betrieb mit festem Stundenplan zu etablieren, entschied sich die Familie für das sogenannte Freilernen. Dieses Konzept, das der Philosophie der freien Schule sehr nahesteht, überträgt die Entscheidungsfreiheit der Kinder auf das Lernen zu Hause.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mutter versteht sich dabei weniger als Lehrerin, sondern vielmehr als Begleiterin, die die natürlichen Lernfortschritte ihres Sohnes beobachtet und darauf aufbauend Impulse setzt. Sie knüpft an seinen aktuellen Interessen und seinem Wissensstand an. Ein zentraler und manchmal herausfordernder Grundsatz ist es, akzeptieren zu müssen, wenn das Kind signalisiert, dass es genug gelernt hat. Dieser Verzicht auf Leistungsdruck war schließlich einer der Hauptgründe für die ursprüngliche Anmeldung an der freien Schule gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein typischer Tag beim Freilernen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Alltag zu Hause ist bewusst nicht durch klingelnde Schulklingeln strukturiert. Gegen acht Uhr, wenn der kleine Bruder in den Waldkindergarten gebracht wird, beginnt für den Sohn eine ruhige Lernphase. Er liest vielleicht in einem Buch oder beschäftigt sich mit Rechenaufgaben. Aktuell sind Was-ist-Was-Tonies über Dinosaurier seine große Leidenschaft. Wenn die Mutter gegen halb neun zurückkommt, startet die gemeinsame Zeit, die dem Lernen gewidmet ist. Wie in der freien Schule üblich, werden alle Aktivitäten und Fortschritte dokumentiert. Aus diesen Aufzeichnungen werden dann neue, kindgerechte Ziele abgeleitet – in diesem Jahr ist das große Ziel, lesen zu lernen.<span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"></span></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter"><img decoding="async" width="1920" height="1280" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06.jpg" alt="Kind" class="wp-image-428" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06.jpg 1920w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-600x400.jpg 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-300x200.jpg 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-1024x683.jpg 1024w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-768x512.jpg 768w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-640x427.jpg 640w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-390x260.jpg 390w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-520x347.jpg 520w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-740x493.jpg 740w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></figure>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Soziale Kontakte und kreative Lösungen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Anfangs litten die sozialen Kontakte des Jungen unter der neuen Situation. Durch die Eigeninitiative der Eltern und den Austausch mit anderen Familien entstanden jedoch schnell kleine, inoffizielle Lerngruppen. Diese setzen sich sowohl aus Kindern zusammen, die zu Hause unterrichtet werden, als auch aus solchen, die reguläre Schulen besuchen. Durch den engen Kontakt zur Gruppenleiterin der freien Schule erhält die Mutter sogar spezielles Lernmaterial für diese Treffen. Der Vorteil der kleinen Gruppen liegt auf der Hand: Konflikte können schneller und direkter gelöst werden, und die Betreuung ist sehr intensiv.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Lernen, wenn es passt: Die Flexibilität des Freilernens</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentrales Merkmal dieses Lebens- und Lernmodells ist die immense Flexibilität. Ein strikter Lehrplan ist nicht vorgesehen. Wenn der Sohn zwei Wochen lang leidenschaftlich gern Hanpan, ein Tastinstrument, spielen möchte, wird daraus kurzerhand der Musikunterricht. Es werden dann die einzelnen Töne erkannt und benannt, die Tonleiter geübt und das Notenlesen spielerisch erlernt. Auf diese Weise verschwimmen die Grenzen zwischen Spielen und Lernen auf natürliche Weise. Auch die Mutter findet in diesem flexiblen Rahmen ihre eigenen Freiräume, die sich von Tag zu Tag individuell gestalten. Die Familie hat sich für einen Bildungsweg entschieden, der konsequent die Bedürfnisse und den Rhythmus des Kindes in den Mittelpunkt stellt.<span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"></span></p>
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