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	<title>Bildungsfreiheit &#8211; Unser neues Wir</title>
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		<title>Ein Schulweg jenseits des Üblichen: Wie eine Familie den eigenen Bildungsweg geht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Unser neues Wir]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jan 2022 22:48:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Entscheidung für eine freie Schule war bewusst gefallen, doch mit der Einführung der Corona-Testpflicht]]></description>
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Der Trägerverein und der Vorstand stehen hinter den behördlichen Maßnahmen, obwohl das pädagogische Fundament der Schule eigentlich darauf ausgerichtet ist, dass jede Entscheidung zum Wohle des Kindes getroffen wird. Der Leitgedanke, die Persönlichkeit des Kindes als etwas zu betrachten, das sich frei entfalten soll und nicht formbar ist, schien in diesem Moment mit der Realität der Pandemie-Vorgaben zu kollidieren. Dieser Widerspruch war für die Familie letztlich nicht mehr tragbar. Vom Schulmaterial zum Freilernen: Ein neuer Alltag entsteht Nach dem Ausscheiden aus der Schule erhielt die Mutter zunächst weiterhin Unterrichtsmaterial, da zu diesem Zeitpunkt keine Präsenzpflicht bestand. Mit der Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht endete jedoch auch diese Unterstützung. Anstatt nun klassischen Homeschooling-Betrieb mit festem Stundenplan zu etablieren, entschied sich die Familie für das sogenannte Freilernen. Dieses Konzept, das der Philosophie der freien Schule sehr nahesteht, überträgt die Entscheidungsfreiheit der Kinder auf das Lernen zu Hause. Die Mutter versteht sich dabei weniger als Lehrerin, sondern vielmehr als Begleiterin, die die natürlichen Lernfortschritte ihres Sohnes beobachtet und darauf aufbauend Impulse setzt. Sie knüpft an seinen aktuellen Interessen und seinem Wissensstand an. Ein zentraler und manchmal herausfordernder Grundsatz ist es, akzeptieren zu müssen, wenn das Kind signalisiert, dass es genug gelernt hat. Dieser Verzicht auf Leistungsdruck war schließlich einer der Hauptgründe für die ursprüngliche Anmeldung an der freien Schule gewesen. Ein typischer Tag beim Freilernen Der Alltag zu Hause ist bewusst nicht durch klingelnde Schulklingeln strukturiert. Gegen acht Uhr, wenn der kleine Bruder in den Waldkindergarten gebracht wird, beginnt für den Sohn eine ruhige Lernphase. Er liest vielleicht in einem Buch oder beschäftigt sich mit Rechenaufgaben. Aktuell sind Was-ist-Was-Tonies über Dinosaurier seine große Leidenschaft. Wenn die Mutter gegen halb neun zurückkommt, startet die gemeinsame Zeit, die dem Lernen gewidmet ist. Wie in der freien Schule üblich, werden alle Aktivitäten und Fortschritte dokumentiert. Aus diesen Aufzeichnungen werden dann neue, kindgerechte Ziele abgeleitet – in diesem Jahr ist das große Ziel, lesen zu lernen. Soziale Kontakte und kreative Lösungen Anfangs litten die sozialen Kontakte des Jungen unter der neuen Situation. Durch die Eigeninitiative der Eltern und den Austausch mit anderen Familien entstanden jedoch schnell kleine, inoffizielle Lerngruppen. Diese setzen sich sowohl aus Kindern zusammen, die zu Hause unterrichtet werden, als auch aus solchen, die reguläre Schulen besuchen. Durch den engen Kontakt zur Gruppenleiterin der freien Schule erhält die Mutter sogar spezielles Lernmaterial für diese Treffen. Der Vorteil der kleinen Gruppen liegt auf der Hand: Konflikte können schneller und direkter gelöst werden, und die Betreuung ist sehr intensiv. Lernen, wenn es passt: Die Flexibilität des Freilernens Ein zentrales Merkmal dieses Lebens- und Lernmodells ist die immense Flexibilität. Ein strikter Lehrplan ist nicht vorgesehen. Wenn der Sohn zwei Wochen lang leidenschaftlich gern Hanpan, ein Tastinstrument, spielen möchte, wird daraus kurzerhand der Musikunterricht. Es werden dann die einzelnen Töne erkannt und benannt, die Tonleiter geübt und das Notenlesen spielerisch erlernt. Auf diese Weise verschwimmen die Grenzen zwischen Spielen und Lernen auf natürliche Weise. Auch die Mutter findet in diesem flexiblen Rahmen ihre eigenen Freiräume, die sich von Tag zu Tag individuell gestalten. 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<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung für eine freie Schule war bewusst gefallen, doch mit der Einführung der Corona-Testpflicht stand eine Mutter plötzlich vor einer grundlegenden Entscheidung. Ihr Sohn, damals in der zweiten Klasse, hatte anfangs noch die Wahlfreiheit. Als die Tests jedoch verpflichtend wurden und der Junge sich gegen einen Test entschied, folgte ein Schulbetretungsverbot. Dies war der Wendepunkt, der dazu führte, dass die Mutter ihr Kind noch vor Ostern 2021 von der Schule nahm. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie mit der pädagogischen Arbeit der Einrichtung äußerst zufrieden gewesen, ein Kontakt, der bis heute positiv und konstruktiv besteht.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die Haltung der freien Schule im Spannungsfeld</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Interessant ist die Position der Schule selbst. Der Trägerverein und der Vorstand stehen hinter den behördlichen Maßnahmen, obwohl das pädagogische Fundament der Schule eigentlich darauf ausgerichtet ist, dass jede Entscheidung zum Wohle des Kindes getroffen wird. Der Leitgedanke, die Persönlichkeit des Kindes als etwas zu betrachten, das sich frei entfalten soll und nicht formbar ist, schien in diesem Moment mit der Realität der Pandemie-Vorgaben zu kollidieren. Dieser Widerspruch war für die Familie letztlich nicht mehr tragbar.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1920" height="1279" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05.jpg" alt="Kind" class="wp-image-430" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05.jpg 1920w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-600x400.jpg 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-300x200.jpg 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-1024x682.jpg 1024w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-768x512.jpg 768w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-1536x1023.jpg 1536w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-640x426.jpg 640w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-390x260.jpg 390w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-520x346.jpg 520w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-05-740x493.jpg 740w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></figure>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Vom Schulmaterial zum Freilernen: Ein neuer Alltag entsteht</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ausscheiden aus der Schule erhielt die Mutter zunächst weiterhin Unterrichtsmaterial, da zu diesem Zeitpunkt keine Präsenzpflicht bestand. Mit der Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht endete jedoch auch diese Unterstützung. Anstatt nun klassischen Homeschooling-Betrieb mit festem Stundenplan zu etablieren, entschied sich die Familie für das sogenannte Freilernen. Dieses Konzept, das der Philosophie der freien Schule sehr nahesteht, überträgt die Entscheidungsfreiheit der Kinder auf das Lernen zu Hause.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mutter versteht sich dabei weniger als Lehrerin, sondern vielmehr als Begleiterin, die die natürlichen Lernfortschritte ihres Sohnes beobachtet und darauf aufbauend Impulse setzt. Sie knüpft an seinen aktuellen Interessen und seinem Wissensstand an. Ein zentraler und manchmal herausfordernder Grundsatz ist es, akzeptieren zu müssen, wenn das Kind signalisiert, dass es genug gelernt hat. Dieser Verzicht auf Leistungsdruck war schließlich einer der Hauptgründe für die ursprüngliche Anmeldung an der freien Schule gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein typischer Tag beim Freilernen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Alltag zu Hause ist bewusst nicht durch klingelnde Schulklingeln strukturiert. Gegen acht Uhr, wenn der kleine Bruder in den Waldkindergarten gebracht wird, beginnt für den Sohn eine ruhige Lernphase. Er liest vielleicht in einem Buch oder beschäftigt sich mit Rechenaufgaben. Aktuell sind Was-ist-Was-Tonies über Dinosaurier seine große Leidenschaft. Wenn die Mutter gegen halb neun zurückkommt, startet die gemeinsame Zeit, die dem Lernen gewidmet ist. Wie in der freien Schule üblich, werden alle Aktivitäten und Fortschritte dokumentiert. Aus diesen Aufzeichnungen werden dann neue, kindgerechte Ziele abgeleitet – in diesem Jahr ist das große Ziel, lesen zu lernen.<span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"></span></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter"><img decoding="async" width="1920" height="1280" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06.jpg" alt="Kind" class="wp-image-428" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06.jpg 1920w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-600x400.jpg 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-300x200.jpg 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-1024x683.jpg 1024w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-768x512.jpg 768w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-640x427.jpg 640w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-390x260.jpg 390w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-520x347.jpg 520w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2022/06/Kinder-2022-06-740x493.jpg 740w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></figure>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Soziale Kontakte und kreative Lösungen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Anfangs litten die sozialen Kontakte des Jungen unter der neuen Situation. Durch die Eigeninitiative der Eltern und den Austausch mit anderen Familien entstanden jedoch schnell kleine, inoffizielle Lerngruppen. Diese setzen sich sowohl aus Kindern zusammen, die zu Hause unterrichtet werden, als auch aus solchen, die reguläre Schulen besuchen. Durch den engen Kontakt zur Gruppenleiterin der freien Schule erhält die Mutter sogar spezielles Lernmaterial für diese Treffen. Der Vorteil der kleinen Gruppen liegt auf der Hand: Konflikte können schneller und direkter gelöst werden, und die Betreuung ist sehr intensiv.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Lernen, wenn es passt: Die Flexibilität des Freilernens</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentrales Merkmal dieses Lebens- und Lernmodells ist die immense Flexibilität. Ein strikter Lehrplan ist nicht vorgesehen. Wenn der Sohn zwei Wochen lang leidenschaftlich gern Hanpan, ein Tastinstrument, spielen möchte, wird daraus kurzerhand der Musikunterricht. Es werden dann die einzelnen Töne erkannt und benannt, die Tonleiter geübt und das Notenlesen spielerisch erlernt. Auf diese Weise verschwimmen die Grenzen zwischen Spielen und Lernen auf natürliche Weise. Auch die Mutter findet in diesem flexiblen Rahmen ihre eigenen Freiräume, die sich von Tag zu Tag individuell gestalten. Die Familie hat sich für einen Bildungsweg entschieden, der konsequent die Bedürfnisse und den Rhythmus des Kindes in den Mittelpunkt stellt.<span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif; font-size: 14pt;"></span></p>
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		<title>Gedanken zum Freilernen: Wie Kinder von Natur aus lernen und warum wir ihnen mehr Vertrauen schenken sollten</title>
		<link>https://www.unserneueswir.de/gedanken-zum-freilernen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Unser neues Wir]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2021 05:42:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[alternative Pädagogik]]></category>
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					<description><![CDATA[ Die natürliche Lernreise beginnt mit der Geburt Ein neugeborenes Kind ist wie ein unbeschriebenes Blatt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><button class="responsivevoice-button" type="button" title="ResponsiveVoice Tap to Start/Stop Speech" data-rvtts-action="speak" data-rvtts-text=" Die natürliche Lernreise beginnt mit der Geburt Ein neugeborenes Kind ist wie ein unbeschriebenes Blatt – voller Neugier und Offenheit für die Welt. Von Anfang an nimmt es seine Umgebung durch alle Sinne wahr: Es spürt die Wärme der Eltern, hört ihre Stimmen, riecht vertraute Gerüche und entdeckt nach und nach die visuelle Welt. Ob im Bettchen oder im Kinderwagen – selbst in den ersten Lebensmonaten speichert das Gehirn unzählige Eindrücke. Vieles davon bleibt unbewusst, doch diese frühen Erfahrungen prägen die Art und Weise, wie ein Mensch später lernt. Die ersten Schritte der Selbstständigkeit Nach etwa sieben bis acht Monaten beginnt das Baby, eigenständig zu sitzen. Diese neue Perspektive verändert alles. Plötzlich kann es Dinge gezielt betrachten, greifen und untersuchen. Die Hände werden zu Werkzeugen des Lernens – alles wird ertastet, befühlt, manchmal sogar in den Mund genommen. Noch ist die Bewegungsfreiheit begrenzt, doch die Neugier wächst mit jedem Tag. Mit ungefähr neun Monaten startet die nächste Phase: das Krabbeln. Jetzt kann das Kind aktiv auf Entdeckungstour gehen. Es folgt seinen Impulsen, robbt zu interessanten Gegenständen hin und erforscht sie mit allen Sinnen. Diese natürliche Form des Lernens geschieht ohne Anleitung – einfach aus dem inneren Antrieb heraus, die Welt zu verstehen. Auf zwei Beinen die Welt erobern Mit etwa einem Jahr wagt das Kind die ersten Schritte. Das aufrechte Gehen eröffnet eine völlig neue Dimension. Plötzlich sind Dinge in Reichweite, die vorher unerreichbar schienen. Die Welt wird größer, die Möglichkeiten vielfältiger. Das Kind lernt durch Ausprobieren, durch Erfolge und kleine Misserfolge. Es entwickelt ein Gespür für Balance, Entfernung und Geschwindigkeit – alles ohne Lehrplan, einfach durch Erfahrung. Diese frühen Entwicklungsstufen zeigen etwas Entscheidendes: Kinder lernen von Natur aus. Sie brauchen keine strikte Anleitung, sondern Raum, Zeit und die Freiheit, ihren Impulsen zu folgen. Wie die moderne Erziehung das natürliche Lernen unterbricht Doch irgendwann ändert sich etwas. Sobald Kinder in Kindertagesstätten oder Kindergärten kommen, wird ihr Tag strukturiert. Plötzlich gibt es feste Zeiten für Spiel, Essen und Ruhe – unabhängig davon, wann das Kind müde, hungrig oder besonders wissbegierig ist. Die individuellen Bedürfnisse treten in den Hintergrund, stattdessen wird angepasstes Verhalten belohnt. Statt die natürliche Neugier zu fördern, lernen Kinder, was die Gesellschaft als &quot;richtig&quot; oder &quot;wichtig&quot; einstuft. Sie gewöhnen sich daran, dass andere entscheiden, wann sie was lernen sollen. Die angeborene Lust am Entdecken wird oft durch starre Regeln eingeschränkt. Was passiert, wenn wir Kindern Zeit geben? Stellen wir uns vor, wir gehen mit einem vier- oder fünfjährigen Kind durch den Wald. Während Erwachsene oft schnell vorankommen wollen, bleibt das Kind immer wieder stehen – fasziniert von einem Käfer, einem glitzernden Stein oder den Mustern auf einem Blatt. Für Kinder ist die Welt voller Wunder, die wir Erwachsene längst übersehen. Was wäre, wenn wir diesem Tempo folgen würden? Wenn wir die Zeit anhalten und dem Kind erlauben würden, so lange zu verweilen, wie es möchte? Dann entsteht echtes Lernen – nicht durch Zwang, sondern aus purem Interesse. Das Kind beginnt Fragen zu stellen, sucht Antworten in Büchern oder im Gespräch mit anderen. Genau das ist Freilernen: ein natürlicher Prozess, der von innen kommt. Warum klassische Schulen oft an den Bedürfnissen vorbeigehen In staatlichen Bildungseinrichtungen steht nicht das Kind im Mittelpunkt, sondern der Lehrplan. Jeder muss zur gleichen Zeit das Gleiche lernen – unabhängig davon, ob es ihn interessiert oder ob er dafür bereit ist. Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsständen werden in eine Klasse gepresst, und wer nicht mitkommt, gilt schnell als &quot;langsam&quot; oder &quot;unaufmerksam&quot;. Dabei ist Lernen kein Wettbewerb. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, eigene Stärken und Interessen. Statt diese Vielfalt zu fördern, wird sie oft unterdrückt. Kritische Fragen werden als Störung empfunden, eigenständiges Denken bleibt auf der Strecke. Freilernen als Rückkehr zur natürlichen Bildung Freilernen bedeutet, Kindern wieder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu schenken. Es geht nicht darum, sie sich selbst zu überlassen, sondern ihnen eine Umgebung zu bieten, in der sie ihren Wissensdurst frei entfalten können. Die wichtigsten Fähigkeiten – Lesen, Schreiben, Rechnen – lernen Kinder nicht durch Druck, sondern dann, wenn sie dafür bereit sind. Und oft geschieht das schneller und nachhaltiger, wenn es aus eigenem Antrieb passiert. Freidenker statt angepasste Maschinen Viele große Erfindungen entstanden nicht durch strikten Unterricht, sondern durch stundenlanges Beobachten, Experimentieren und Scheitern. Wenn wir wollen, dass Kinder zu kreativen, selbstständigen Denkern heranwachsen, müssen wir ihnen Raum dafür geben. Freilernen bedeutet nicht nur, ohne Schulgebäude auszukommen. Es bedeutet, das Lernen wieder lebendig zu machen – ohne Angst, ohne Zwang, einfach aus Freude am Entdecken. Vielleicht ist es an der Zeit, die Schulpflicht zu hinterfragen und neue Wege zu gehen. 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<h4 class="wp-block-heading"> <strong>Die natürliche Lernreise beginnt mit der Geburt</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neugeborenes Kind ist wie ein unbeschriebenes Blatt – voller Neugier und Offenheit für die Welt. Von Anfang an nimmt es seine Umgebung durch alle Sinne wahr: Es spürt die Wärme der Eltern, hört ihre Stimmen, riecht vertraute Gerüche und entdeckt nach und nach die visuelle Welt. Ob im Bettchen oder im Kinderwagen – selbst in den ersten Lebensmonaten speichert das Gehirn unzählige Eindrücke. Vieles davon bleibt unbewusst, doch diese frühen Erfahrungen prägen die Art und Weise, wie ein Mensch später lernt.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die ersten Schritte der Selbstständigkeit</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach etwa sieben bis acht Monaten beginnt das Baby, eigenständig zu sitzen. Diese neue Perspektive verändert alles. Plötzlich kann es Dinge gezielt betrachten, greifen und untersuchen. Die Hände werden zu Werkzeugen des Lernens – alles wird ertastet, befühlt, manchmal sogar in den Mund genommen. Noch ist die Bewegungsfreiheit begrenzt, doch die Neugier wächst mit jedem Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ungefähr neun Monaten startet die nächste Phase: das Krabbeln. Jetzt kann das Kind aktiv auf Entdeckungstour gehen. Es folgt seinen Impulsen, robbt zu interessanten Gegenständen hin und erforscht sie mit allen Sinnen. Diese natürliche Form des Lernens geschieht ohne Anleitung – einfach aus dem inneren Antrieb heraus, die Welt zu verstehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Auf zwei Beinen die Welt erobern</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Mit etwa einem Jahr wagt das Kind die ersten Schritte. Das aufrechte Gehen eröffnet eine völlig neue Dimension. Plötzlich sind Dinge in Reichweite, die vorher unerreichbar schienen. Die Welt wird größer, die Möglichkeiten vielfältiger. Das Kind lernt durch Ausprobieren, durch Erfolge und kleine Misserfolge. Es entwickelt ein Gespür für Balance, Entfernung und Geschwindigkeit – alles ohne Lehrplan, einfach durch Erfahrung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese frühen Entwicklungsstufen zeigen etwas Entscheidendes: Kinder lernen von Natur aus. Sie brauchen keine strikte Anleitung, sondern Raum, Zeit und die Freiheit, ihren Impulsen zu folgen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter"><img decoding="async" width="1920" height="1280" src="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2021/10/Kinder-2022-15.jpg" alt="Kinder" class="wp-image-587" srcset="https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2021/10/Kinder-2022-15.jpg 1920w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2021/10/Kinder-2022-15-600x400.jpg 600w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2021/10/Kinder-2022-15-300x200.jpg 300w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2021/10/Kinder-2022-15-1024x683.jpg 1024w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2021/10/Kinder-2022-15-768x512.jpg 768w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2021/10/Kinder-2022-15-1536x1024.jpg 1536w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2021/10/Kinder-2022-15-640x427.jpg 640w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2021/10/Kinder-2022-15-390x260.jpg 390w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2021/10/Kinder-2022-15-520x347.jpg 520w, https://www.unserneueswir.de/wp-content/uploads/2021/10/Kinder-2022-15-740x493.jpg 740w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></figure>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Wie die moderne Erziehung das natürliche Lernen unterbricht</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Doch irgendwann ändert sich etwas. Sobald Kinder in Kindertagesstätten oder Kindergärten kommen, wird ihr Tag strukturiert. Plötzlich gibt es feste Zeiten für Spiel, Essen und Ruhe – unabhängig davon, wann das Kind müde, hungrig oder besonders wissbegierig ist. Die individuellen Bedürfnisse treten in den Hintergrund, stattdessen wird angepasstes Verhalten belohnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt die natürliche Neugier zu fördern, lernen Kinder, was die Gesellschaft als &#8220;richtig&#8221; oder &#8220;wichtig&#8221; einstuft. Sie gewöhnen sich daran, dass andere entscheiden, wann sie was lernen sollen. Die angeborene Lust am Entdecken wird oft durch starre Regeln eingeschränkt.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Was passiert, wenn wir Kindern Zeit geben?</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Stellen wir uns vor, wir gehen mit einem vier- oder fünfjährigen Kind durch den Wald. Während Erwachsene oft schnell vorankommen wollen, bleibt das Kind immer wieder stehen – fasziniert von einem Käfer, einem glitzernden Stein oder den Mustern auf einem Blatt. Für Kinder ist die Welt voller Wunder, die wir Erwachsene längst übersehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was wäre, wenn wir diesem Tempo folgen würden? Wenn wir die Zeit anhalten und dem Kind erlauben würden, so lange zu verweilen, wie es möchte? Dann entsteht echtes Lernen – nicht durch Zwang, sondern aus purem Interesse. Das Kind beginnt Fragen zu stellen, sucht Antworten in Büchern oder im Gespräch mit anderen. Genau das ist Freilernen: ein natürlicher Prozess, der von innen kommt.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Warum klassische Schulen oft an den Bedürfnissen vorbeigehen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">In staatlichen Bildungseinrichtungen steht nicht das Kind im Mittelpunkt, sondern der Lehrplan. Jeder muss zur gleichen Zeit das Gleiche lernen – unabhängig davon, ob es ihn interessiert oder ob er dafür bereit ist. Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsständen werden in eine Klasse gepresst, und wer nicht mitkommt, gilt schnell als &#8220;langsam&#8221; oder &#8220;unaufmerksam&#8221;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist Lernen kein Wettbewerb. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, eigene Stärken und Interessen. Statt diese Vielfalt zu fördern, wird sie oft unterdrückt. Kritische Fragen werden als Störung empfunden, eigenständiges Denken bleibt auf der Strecke.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Freilernen als Rückkehr zur natürlichen Bildung</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Freilernen bedeutet, Kindern wieder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu schenken. Es geht nicht darum, sie sich selbst zu überlassen, sondern ihnen eine Umgebung zu bieten, in der sie ihren Wissensdurst frei entfalten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wichtigsten Fähigkeiten – Lesen, Schreiben, Rechnen – lernen Kinder nicht durch Druck, sondern dann, wenn sie dafür bereit sind. Und oft geschieht das schneller und nachhaltiger, wenn es aus eigenem Antrieb passiert.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Freidenker statt angepasste Maschinen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Viele große Erfindungen entstanden nicht durch strikten Unterricht, sondern durch stundenlanges Beobachten, Experimentieren und Scheitern. Wenn wir wollen, dass Kinder zu kreativen, selbstständigen Denkern heranwachsen, müssen wir ihnen Raum dafür geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freilernen bedeutet nicht nur, ohne Schulgebäude auszukommen. Es bedeutet, das Lernen wieder lebendig zu machen – ohne Angst, ohne Zwang, einfach aus Freude am Entdecken. Vielleicht ist es an der Zeit, die Schulpflicht zu hinterfragen und neue Wege zu gehen. Denn Lernen kann überall stattfinden – und es fängt damit an, dass wir Kindern wieder zuhören.</p>
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